Was regelt die F-Gas-Verordnung — und was nicht?
Fluorierte Treibhausgase (F-Gase) werden in Klimaanlagen als Kältemittel eingesetzt, etwa R32 oder R410A. Das Treibhauspotenzial (GWP) gibt an, wie stark ein Gas im Verhältnis zu CO₂ zur Erderwärmung beiträgt (Art. 3 Nr. 1). Die F-Gas-Verordnung (EU) 2024/573 gilt seit 11. März 2024 unmittelbar in jedem Mitgliedstaat, also auch in Österreich; die bisherige Verordnung (EU) Nr. 517/2014 ist aufgehoben (Art. 37, 38).
Anhang IV verbietet ab einem Stichtag das Inverkehrbringen bestimmter Geräte — gemeint ist die erstmalige Bereitstellung oder Lieferung (Art. 11 Abs. 1, Art. 3). Den Betrieb bereits installierter Geräte verbietet er nicht. Nach Erwägungsgrund 18 sollen bestehende Geräte während ihrer gesamten Lebensdauer repariert und gewartet werden können; Erwägungsgründe sind allerdings nicht verbindlich. „Bestehende Anlagen dürfen weiterlaufen, eine Austauschpflicht gibt es nicht“ ist deshalb eine Ableitung aus diesen Stellen, kein ausdrücklicher Satz der Verordnung.
Daneben senkt die Verordnung die Mengen an teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW), die in der EU in Verkehr gebracht werden dürfen, schrittweise bis auf null ab 2050 (Anhang VII) — mehr dazu unter Werden Kältemittel teurer?
Ab wann gelten welche Verbote für neue Geräte?
Anhang IV legt die Verbote je Gerätekategorie fest: Nummer 8 betrifft steckerfertige, Monoblock- und andere in sich geschlossene Geräte, Nummer 9 die Splitsysteme. Für Klimageräte im Haushalt sind das die Stichtage:
Tabelle: Verbote des Inverkehrbringens nach Anhang IV Nr. 8 und 9, Verordnung (EU) 2024/573
| Gerät | verboten mit | ab |
|---|---|---|
| Steckerfertige Raumklimageräte, die von Raum zu Raum getragen werden können (Nr. 8 a) | HFKW mit GWP ≥ 150 (auch R32) | 1. Jänner 2020 |
| Mono-Splitsysteme mit weniger als 3 kg Füllmenge (Nr. 9 a) | GWP ≥ 750 (trifft R410A, nicht R32) | 1. Jänner 2025 |
| Steckerfertige Raumklimageräte, Monoblock- und andere in sich geschlossene Klimaanlagen und Wärmepumpen bis 12 kW (Nr. 8 b) | F-Gase mit GWP ≥ 150 | 1. Jänner 2027 |
| Luft-Wasser-Splitsysteme bis 12 kW (Nr. 9 b) | F-Gase mit GWP ≥ 150 | 1. Jänner 2027 |
| Luft-Luft-Splitsysteme bis 12 kW, Single- und Multisplit (Nr. 9 c) | F-Gase mit GWP ≥ 150 (auch R32) | 1. Jänner 2029 |
| Steckerfertige, Monoblock- und andere in sich geschlossene Geräte bis 12 kW (Nr. 8 c) | F-Gase überhaupt | 1. Jänner 2032 |
| Splitsysteme bis 12 kW (Nr. 9 d) | F-Gase überhaupt | 1. Jänner 2035 |
Bei den Stichtagen ab 2027 gilt jeweils eine Ausnahme, wenn Sicherheitsanforderungen am Standort ein Gas mit niedrigerem GWP nicht zulassen. Für steckerfertige und Monoblock-Geräte ist dann höchstens ein GWP von 750 erlaubt (Nr. 8 b, c); für Luft-Luft-Splitsysteme (Nr. 9 c) nennt der Verordnungstext keinen solchen Ersatzwert. Für Splitsysteme über 12 kW gelten eigene Stichtage (GWP ≥ 750 ab 2029, GWP ≥ 150 ab 2033).
Was gilt für eine bestehende Anlage mit R410A oder R32?
- Weiterbetrieb: Die Verbote betreffen neue Geräte; dass eine vorhandene Anlage weiterlaufen darf, ist eine Ableitung (siehe oben).
- Wartung und Nachfüllen: Seit 1. Jänner 2026 dürfen frische Kältemittel nach Anhang I mit einem GWP ab 2.500 nicht mehr für die Wartung von Klimaanlagen und Wärmepumpen verwendet werden (Art. 13 Abs. 4); aufgearbeitete und unter Bedingungen recycelte Gase sind bis 1. Jänner 2032 ausgenommen. R410A (GWP 2.088 laut BMLUK, als Rechenwert nach Anhang VI 2.087,5) und R32 (GWP 675) fallen nicht darunter — das ist abgeleitet; ausdrücklich bestätigt das BMLUK es nur für Wärmepumpen.
- Ersatzteile: Teile für Reparatur und Wartung bestehender Geräte dürfen weiter in Verkehr gebracht werden, wenn Leistung, Füllmenge und GWP dadurch nicht steigen (Art. 11 Abs. 1).
- Leckagen: Alle Betreiber müssen Leckagen auf ein Mindestmaß begrenzen, unabhängig von der Füllmenge (Art. 4 Abs. 3). Eine festgestellte Leckage ist unverzüglich zu reparieren (Art. 4 Abs. 5).
- Angaben am Gerät: Füllmenge, CO₂-Äquivalent und GWP muss die Kennzeichnung bei Geräten nennen, die seit 1. Jänner 2025 in Verkehr gebracht werden (Art. 12); ältere Geräte tragen die Angabe in CO₂-Äquivalent womöglich nicht. Die Kennzeichnung sitzt in der Nähe der Befüll- oder Rückgewinnungsanschlüsse oder auf dem Teil, das das Gas enthält.
Brauche ich als Privatperson eine Dichtheitskontrolle?
Betreiber ist das „Unternehmen“, das die tatsächliche Kontrolle über das technische Funktionieren einer Anlage ausübt; als Unternehmen gilt jede natürliche oder juristische Person, die eine in der Verordnung genannte Tätigkeit ausübt (Art. 3 Nr. 5, Nr. 27). Betreiber kann daher auch sein, wer eine Anlage im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung betreibt (so auch das BMLUK). Eine Dichtheitskontrolle muss er aber nur veranlassen, wenn die Einrichtung die Schwellen erreicht — nicht pauschal für jede Klimaanlage (Art. 5 Abs. 1):
- Schwellen (Art. 5 Abs. 1): mindestens 5 t CO₂-Äquivalent an Gasen nach Anhang I (etwa R32, R410A) oder mindestens 1 kg an Gasen nach Anhang II Gruppe 1 (HFO wie R1234yf). Maßgeblich ist die einzelne Einrichtung.
- In Kilogramm: CO₂-Äquivalent in t = Füllmenge in kg × GWP ÷ 1.000. Als Rechenwert liegt die 5-t-Schwelle bei R32 bei rund 7,41 kg, bei R410A bei rund 2,40 kg Füllmenge; das BMLUK nennt dieselben Werte.
- Ausnahmen: Als hermetisch geschlossen gekennzeichnete Einrichtungen sind unter 10 t CO₂-Äquivalent bzw. unter 2 kg HFO ausgenommen, in Wohngebäuden unter 3 kg (Art. 5 Abs. 1).
- Intervall: Bis unter 50 t bzw. 10 kg mindestens alle 12 Monate, mit installiertem Leckage-Erkennungssystem alle 24 Monate; größere Einrichtungen häufiger (Art. 5 Abs. 6). Die Kontrolle führen nach Art. 10 zertifizierte Personen durch.
- Aufzeichnungen: Für jede prüfpflichtige Einrichtung führt der Betreiber Aufzeichnungen (unter anderem Menge und Art des Gases, Nachfüllungen, Kontrollen, Reparaturen) und bewahrt sie mindestens fünf Jahre auf; das ausführende Unternehmen behält eine Kopie (Art. 7).
Die 1-kg-Schwelle für HFO ist mit der Verordnung 2024/573 neu; die alte Verordnung kannte nur die 5-t-Schwelle für Anhang-I-Gase (Ableitung aus beiden Texten). Wie Gemische aus HFKW und HFO zu rechnen sind, steht im Beitrag F-Gas-Pflichten für Betriebe.
Wer darf in Österreich montieren, warten und nachfüllen?
Installation, Instandhaltung oder Wartung, Reparatur und Außerbetriebnahme sowie Dichtheitskontrollen und Rückgewinnung sind zertifizierten Personen und Unternehmen vorbehalten (Art. 4 Abs. 7, Art. 10 Abs. 1); eine Füllmengen-Untergrenze nennt die Verordnung dafür nicht. Als Installation gilt schon das Verbinden der Kältemittelleitungen zum Kreislauf, auch wenn das System danach nicht befüllt werden muss (Art. 3) — das betrifft auch vorbefüllte Sets. Nicht hermetisch geschlossene, befüllte Geräte dürfen an Endverbraucher nur mit dem Nachweis verkauft werden, dass ein zertifiziertes Unternehmen installiert (Art. 11 Abs. 7). Kältemittel für diese Arbeiten dürfen nur an Zertifizierte verkauft werden (Art. 11 Abs. 6); dass Privatpersonen nicht selbst nachfüllen können, ist daraus abgeleitet.
In Österreich stellen Personenzertifikate Zertifizierungsstellen in drei Bundesinnungen der Wirtschaftskammer aus: Mechatroniker, Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker sowie Elektro- und Alarmanlagentechnik (BGBl. II Nr. 2/2011, § 3). Das Unternehmenszertifikat erteilt das BMLUK (Abteilung V/5); Voraussetzung ist mindestens eine Person mit Personenzertifikat im Betrieb.
Zertifikate nach der alten Verordnung bleiben unter den ursprünglichen Bedingungen gültig. Bis spätestens 12. März 2027 müssen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass zertifizierte Personen mindestens alle sieben Jahre an einem Auffrischungskurs teilnehmen oder ein Bewertungsverfahren abschließen; für Inhaber alter Zertifikate sorgen sie dafür, dass das erstmals bis 12. März 2029 geschieht (Art. 10 Abs. 9). Diese Pflicht richtet sich an die Mitgliedstaaten und die zertifizierten Personen, nicht an die Betreiber; wie Österreich sie umsetzt, ist offen. Die Zertifizierung umfasst auch Geräte mit Alternativen zu F-Gasen „einschließlich gegebenenfalls natürlicher Kältemittel“ wie R290 (Art. 10 Abs. 1, 2 in berichtigter Fassung). In Kraft ist noch keine österreichische Anpassung an die neue Verordnung: Das Fluorierte Treibhausgase-Gesetz 2009 und die Verordnung BGBl. II Nr. 2/2011 verweisen noch auf die alte Verordnung 517/2014 bzw. die Durchführungsverordnung 2015/2067. Ein Entwurf ist in Begutachtung (bis 26.11.2026), noch nicht beschlossen. Das Gesetz enthält Strafbestimmungen.
Welche Zertifikate es gibt, wo Monteur und Betrieb sie bekommen und was der Entwurf ändern soll, steht im Beitrag F-Gas-Zertifikat in Österreich.
Welche Kältemittel gibt es — und was bedeutet das GWP?
Tabelle: GWP nach Verordnung (EU) 2024/573 und Einordnung
| Kältemittel | GWP | Einordnung |
|---|---|---|
| R410A | 2.088 laut BMLUK; Rechenwert nach Anhang VI 2.087,5 | Gemisch aus je 50 % HFKW-32 und HFKW-125; Mono-Split unter 3 kg seit 2025 nicht mehr neu |
| R32 | 675 (Anhang I) | Luft-Luft-Split bis 12 kW ab 2029 nicht mehr neu |
| R454B | rund 465 (Rechenwert; laut Hersteller 68,9 % R32 und 31,1 % R1234yf) | GWP über 150, daher dieselben Stichtage wie R32; für die Dichtheitskontrolle zählt zusätzlich der HFO-Anteil |
| R1234yf | 0,501 (Anhang II Gruppe 1) | HFO; Dichtheitskontrolle ab 1 kg |
| R290 (Propan) | 0,02 (Anhang VI) | steht nicht in Anhang I oder II und fällt daher nicht unter die Dichtheitskontrolle nach Art. 5 (Ableitung) |
Ein Beispiel für die Umrechnung: 1 kg R32 entspricht 0,675 t CO₂-Äquivalent, 1 kg R410A rund 2,09 t (Füllmenge × GWP ÷ 1.000).
Brennbarkeit und Sicherheit
Unabhängig vom GWP ordnet die Norm EN 378-1 Kältemittel Sicherheitsgruppen zu: R410A gehört zur Gruppe A1, R32 zu A2L und Propan (R290) zu A3 (laut Kältemittel-Übersicht des Schweizer Bundesamts für Umwelt). Für Kältemittel der Brennbarkeitsklasse 2L wird wegen ihrer geringeren Brenngeschwindigkeit bei der Berechnung der zulässigen Füllmenge ein Faktor 1,5 angesetzt (DIN EN 378-1, Stand 2017); diese Anforderungen berücksichtigt der Fachbetrieb bei der Planung. Nach der Gefahrstoff-Einstufung (CLP) — einem anderen System als die Klasse 2L — ist R32 laut Sicherheitsdatenblatt ein entzündbares Gas der Kategorie 1 („H220: Extrem entzündbares Gas“); hohe Konzentrationen können Ersticken verursachen.
Eine Muster-Nutzereinweisung der Landesinnung Kälte Klima Technik (Deutschland) für R32-Anlagen nennt: keine Zündquellen in unmittelbarer Nähe der Klimaanlage; bei vermutetem Kältemittelaustritt die Anlage ausschalten, den Raum lüften, den Bereich in Ruhe verlassen und den Fachbetrieb informieren. Geräte mit Propan behandelt der Beitrag zur R290-Klimaanlage.
Werden Kältemittel teurer?
Die Verordnung begrenzt die HFKW-Mengen, die in der EU in Verkehr gebracht werden dürfen, in Tonnen CO₂-Äquivalent (Anhang VII): 42.874.410 t in den Jahren 2025–2026, 21.665.691 t in 2027–2029, 9.132.097 t in 2030–2032 und null ab 2050. Als Rechenwert sind das für 2027–2029 rund 50,5 % und für 2030–2032 rund 21,3 % der Menge 2025–2026.
Seit 1. Jänner 2025 zahlen Hersteller und Einführer für ihre Quoten 3 € je Tonne CO₂-Äquivalent (Art. 17 Abs. 5). Als Rechenwert entspricht das rund 6,26 € je Kilogramm R410A und rund 2,03 € je Kilogramm R32. Ob diese Gebühr an Endkunden weitergegeben wird, regelt die Verordnung nicht.
Wie sich die Preise für Kältemittel und Nachfüllungen beim Endkunden entwickeln, sagt die Verordnung nicht; eine belastbare Prognose dazu haben wir nicht gefunden. Was eine Klimaanlage kostet, schätzt der Kostenrechner; mehr dazu im Beitrag Klimaanlage Kosten. Was die Stufe 2027 für Einkauf und Lager im Betrieb heißt, steht im Ratgeber Kältemittel-Quote und Preise aus Sicht der Fachbetriebe.
Was gilt, wenn das Gerät außer Betrieb geht?
Kältemittel absichtlich in die Luft abzulassen ist verboten (Art. 4 Abs. 1). Wird eine Klimaanlage außer Betrieb genommen, muss der Betreiber sicherstellen, dass das Kältemittel von einer zertifizierten Person zurückgewonnen und recycelt, aufgearbeitet oder zerstört wird (Art. 8 Abs. 1, 2). Ob sich ein Tausch lohnt, hängt vom Zustand der Anlage, vom Stromverbrauch und von den Kosten ab; das kann der Fachbetrieb vor Ort beurteilen.
Fazit
- ✓ Bestehende Anlage: Die Verbote betreffen neue Geräte; Leckagen sind unverzüglich reparieren zu lassen.
- ✓ Neukauf: Stichtag für den Gerätetyp beachten — Luft-Luft-Split bis 12 kW mit GWP ab 150 nach dem 1. Jänner 2029 nur mit Nachweis in Betrieb.
- ✓ Arbeiten am Kältekreislauf nur durch zertifizierte Personen und Unternehmen.
- ✓ Bei Außerbetriebnahme: Kältemittel zurückgewinnen lassen, nicht ablassen.
Stand: 09.10.2026. Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich ist die Verordnung (EU) 2024/573 in der jeweils geltenden Fassung. Berücksichtigt sind die Berichtigungen der deutschen Fassung bis ABl. L 2025/90514 vom 18.06.2025. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen zur F-Gas-Verordnung
Darf ich meine Klimaanlage mit R410A weiter betreiben?
Die F-Gas-Verordnung (EU) 2024/573 verbietet in Anhang IV das Inverkehrbringen bestimmter neuer Geräte, nicht ihren Betrieb. Daraus leiten wir ab: Eine bestehende R410A-Anlage darf weiterlaufen; einen ausdrücklichen Satz dazu enthält die Verordnung nicht. Das Wartungsverbot seit 1. Jänner 2026 betrifft frische Kältemittel mit einem GWP ab 2.500 — R410A liegt mit 2.088 darunter.
Muss ich meine alte Klimaanlage wegen der F-Gas-Verordnung austauschen?
Eine Austauschpflicht ergibt sich aus der Verordnung nicht — das ist abgeleitet: Sie verbietet das Inverkehrbringen neuer Geräte, nicht den Betrieb bestehender. Teile für Reparatur und Wartung bestehender Geräte dürfen weiter in Verkehr gebracht werden, solange Leistung, Füllmenge und GWP dadurch nicht steigen (Art. 11 Abs. 1). Eine festgestellte Leckage ist unverzüglich zu reparieren (Art. 4 Abs. 5).
Darf ich Ende 2028 noch ein R32-Splitgerät kaufen und 2029 montieren lassen?
Luft-Luft-Splitgeräte bis 12 kW mit F-Gasen ab GWP 150 — also auch mit R32 (GWP 675) — dürfen ab 1. Jänner 2029 nicht mehr in Verkehr gebracht werden (Anhang IV Nr. 9 c). Nach dem Stichtag darf ein solches Gerät nur in Betrieb gehen, wenn der Betreiber nachweist, dass es vor dem Stichtag in Verkehr gebracht wurde (Art. 13 Abs. 19). Die Unterlagen dazu bewahrt der Betreiber mindestens fünf Jahre auf (Art. 13 Abs. 20); Betreiber kann auch eine Privatperson sein. Mehr dazu im Beitrag „R32-Verbot: Gilt 2027 oder 2029?“.
Brauche ich für meine Klimaanlage zu Hause eine Dichtheitskontrolle?
Nur wenn die Einrichtung mindestens 5 Tonnen CO₂-Äquivalent an Gasen nach Anhang I (etwa R32 oder R410A) oder mindestens 1 kg an Gasen nach Anhang II Gruppe 1 (HFO wie R1234yf) enthält (Art. 5 Abs. 1). Als Rechenwert sind das bei R32 rund 7,41 kg und bei R410A rund 2,40 kg Füllmenge. Als hermetisch geschlossen gekennzeichnete Einrichtungen in Wohngebäuden sind unter 3 kg ausgenommen. Betreiber ist auch, wer eine Anlage im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung betreibt.
Wer stellt in Österreich die F-Gas-Zertifikate aus?
Personenzertifikate stellen Zertifizierungsstellen in drei Bundesinnungen der Wirtschaftskammer aus: Mechatroniker, Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker sowie Elektro- und Alarmanlagentechnik (BGBl. II Nr. 2/2011, § 3). Das Unternehmenszertifikat erteilt das BMLUK (Abteilung V/5); Voraussetzung ist mindestens eine zertifizierte Person im Betrieb.
Darf ich eine Split-Klimaanlage selbst montieren oder Kältemittel nachfüllen?
Installation, Wartung, Reparatur, Außerbetriebnahme und Dichtheitskontrollen sind zertifizierten Personen und Unternehmen vorbehalten (Art. 10 Abs. 1). Als Installation gilt schon das Verbinden der Kältemittelleitungen, auch wenn das System danach nicht befüllt werden muss (Art. 3). Kältemittel für diese Arbeiten dürfen nur an Zertifizierte verkauft werden (Art. 11 Abs. 6) — selbst nachfüllen ist für Privatpersonen daher nicht vorgesehen (Ableitung).
Was gilt für mobile Klimageräte?
Steckerfertige Raumklimageräte, die man von Raum zu Raum tragen kann, dürfen seit 1. Jänner 2020 nicht mehr in Verkehr gebracht werden, wenn sie HFKW mit einem GWP ab 150 enthalten — das trifft auch R32 (Anhang IV Nr. 8 a). Ab 1. Jänner 2027 gilt für steckerfertige Raumklimageräte und Monoblock-Klimaanlagen bis 12 kW die Grenze GWP 150 für alle F-Gase, ab 1. Jänner 2032 sind dort F-Gase ganz ausgeschlossen, jeweils mit einer Ausnahme für Sicherheitsanforderungen (Nr. 8 b, c).
- Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase, ABl. L 2024/573 vom 20.02.2024; berücksichtigt die Berichtigungen der deutschen Fassung ABl. L 2024/90731, L 2025/90271, L 2025/90393 und L 2025/90514 — abgerufen 02.10.2026 (Urfassung), Berichtigungen abgerufen 03.10.2026
- BMLUK — EU-F-Gase-Verordnung (FAQ), ohne Datum — abgerufen 03.10.2026
- BMLUK — Unternehmenszertifikat für Kälte- und Klimatechnik, ohne Datum — abgerufen 03.10.2026
- RIS — Verordnung über Qualifizierungs- und Zertifizierungsmaßnahmen für Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen, BGBl. II Nr. 2/2011, § 3 (Fassung BGBl. II Nr. 69/2018) — abgerufen 07.10.2026
- RIS — Fluorierte Treibhausgase-Gesetz 2009, letzte Änderung BGBl. I Nr. 140/2020 — abgerufen 07.10.2026
- WKO, Bundesinnung Sanitär, Heizung, Lüftung („wir installateure“) — Zertifizierung fluorierte Treibhausgase, Stand 10.07.2026 — abgerufen 07.10.2026
- WKO, Abteilung Umwelt- und Energiepolitik — Neue F-Gase-Verordnung, Stand 16.06.2025 — abgerufen 07.10.2026
- Europäische Kommission (DG CLIMA) — F-gases in equipment and products, Stand 14.10.2025 — abgerufen 07.10.2026
- Europäische Kommission (DG CLIMA) — EU rules: Fluorinated greenhouse gases, Stand 22.05.2025 — abgerufen 03.10.2026
- Chemours — Opteon XL41 Refrigerant (R-454B) Product Information, C-11001 (7/24) — abgerufen 03.10.2026
- Bundesamt für Umwelt BAFU (Schweiz) — Übersicht über die wichtigsten Kältemittel (Sicherheitsgruppen nach SN EN 378-1:2017), Stand 02/2025 — abgerufen 07.10.2026
- Landesinnung Kälte Klima Technik (Deutschland) — TIP Nr. 15: Füllmengenberechnung R32, mit Muster-Nutzereinweisung, Stand 09/2017 — abgerufen 07.10.2026
- Linde Gas GmbH — Sicherheitsdatenblatt Difluormethan (R32), Version 1.2 vom 11.01.2023 — abgerufen 07.10.2026
- Sanierungsoffensive (BMLUK/KPC) — Informationsblatt Kesseltausch 2026, Ein-/Zweifamilienhaus, Version 10/2025 — abgerufen 07.10.2026
- Sanierungsoffensive — Meldung „Budget ausgeschöpft“ vom 10.07.2026 — abgerufen 07.10.2026
- Sanierungsoffensive (BMLUK/KPC) — Informationsblatt Kesseltausch 2026, Neuauflage ab 02.11.2026, Version 10/2026 — abgerufen 25.10.2026
- Sanierungsoffensive (BMLUK/KPC) — Informationsblatt Kesseltausch 2027, Version 10/2026 (vorläufig) — abgerufen 25.10.2026