Im Großraumbüro sind Kassettengeräte die erste Wahl — sie verteilen Luft gleichmäßig in 4 Richtungen, erzeugen keinen Direktzug und sind optisch diskret. Ein Kassettengerät kostet inkl. Montage ca. € 3.000–6.000. Mit Zonenregelung lassen sich 20–35% der Energiekosten einsparen.
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Warum Wandgeräte im Großraumbüro Probleme machen
Viele Unternehmen kaufen günstige Wandgeräte und sind danach enttäuscht. Das Problem ist nicht die Qualität der Geräte — es ist die falsche Wahl für den Einsatzbereich. Wandgeräte blasen Luft in eine Richtung. Im Einzelbüro ist das kein Problem. Im Großraumbüro entstehen:
- Zugluft-Beschwerden: Mitarbeiter nahe am Gerät frieren, während weiter entfernte kaum Kühlung spüren
- Temperaturunterschiede: 3–5 °C Unterschied zwischen kühlem und warmem Bereich sind keine Seltenheit
- Lärm: Wandgeräte sind im Direktbetrieb 35–45 dB — im Büro deutlich hörbar
- Optik: Das Gerät hängt sichtbar an der Wand und dominiert den Raum
Kassettengeräte: Der Standard für Großraumbüros
Ein Kassettengerät wird in die abgehängte Zwischendecke eingebaut. Sichtbar ist nur die quadratische Verblendung (typisch 60×60 cm oder 80×80 cm), die bündig mit der Decke abschließt.
Technische Vorteile
- 4-Wege-Luftverteilung: Luft wird gleichmäßig in alle 4 Richtungen abgegeben — keine Hot Spots, kein Direktzug
- Schallpegel: Hochwertige Kassetten erreichen im Niedriglastbetrieb 30–34 dB(A) — unter der Wahrnehmungsschwelle im normalen Büroumfeld
- Bewegungssensor: Neue Modelle erkennen Personen und schalten automatisch auf Grundlast wenn der Raum leer ist
- Flussdynamik: Inverter-Technologie passt die Leistung stufenlos an — keine harten Ein-/Ausschaltzyklen
Kassettengeräte brauchen eine abgehängte Decke mit mindestens 25–30 cm Hohlraum für das Gerät und die Kältemittelleitungen. In Altbauten oder Büros mit Sichtbetondecke ohne Zwischendecke sind Kanalgeräte (in der Wand) oder Wandgeräte mit seitlichem Luftauslass die Alternative.
Zonenregelung Klimaanlage Büro: 20–35% Energiekosten sparen
Ein Großraumbüro mit mehreren Bereichen — Arbeitsbereich, Besprechungsraum, Küche, Empfang — hat unterschiedliche Nutzungszeiten und Wärmelasten. Zonenregelung bedeutet:
- Unabhängige Regelung jedes Bereichs nach Bedarf
- Zeitprogramme: Besprechungsraum wird nur bei Buchung aktiviert, außerhalb auf 28 °C gehalten
- Wochenendabsenkung: Automatische Abschaltung am Wochenende oder auf Mindestlast
- Fernsteuerung: Per App oder BMS (Building Management System) von überall
| Szenario | Ohne Zonenregelung | Mit Zonenregelung | Einsparung |
|---|---|---|---|
| Besprechungsraum (2h/Tag) | Läuft 8h durch | Läuft nur 2h + 30min Vorkühlung | ca. 60% |
| Wochenende (Büro leer) | Minimalbetrieb 24/7 | Abschaltung oder 29 °C Haltebetrieb | ca. 80% |
| Gesamtbetrieb (Jahressicht) | Basisverbrauch | Basisverbrauch | 20–35% |
Kosten für Großraumbüro-Klimatisierung
| Bürogröße | Empfohlenes System | Kosten inkl. Montage ca. |
|---|---|---|
| 50–80 m² | 1–2 Kassettengeräte | € 4.000–9.000 |
| 80–150 m² | 2–3 Kassettengeräte + Multi-Split | € 8.000–15.000 |
| 150–300 m² | 3–6 Kassettengeräte + VRF | € 15.000–28.000 |
| 300–500 m² | VRF mit 6–12 Kassettengeräten | € 25.000–45.000 |
Rechtliche Grundlagen: §28 AStV und was er für Großraumbüros bedeutet
Die Arbeitsstättenverordnung (AStV) §28 schreibt vor: In Arbeitsräumen muss eine Lufttemperatur von maximal 25 °C gehalten werden können — bei Außentemperaturen über 32 °C gibt es Ausnahmen, aber der Arbeitgeber muss aktive Maßnahmen ergreifen. Für ein Großraumbüro in einem modernen Bürogebäude bedeutet das in der Praxis: Eine Klimaanlage ist bei regelmäßigen Sommertemperaturen über 30 °C faktisch Pflicht.
Die Arbeiterkammer und der Arbeitsinspektionsdienst prüfen bei Beschwerden, ob der Arbeitgeber ausreichende Maßnahmen zur Temperaturreduzierung getroffen hat. Teure Rechtsstreitigkeiten entstehen, wenn Mitarbeiter Hitzebedingte Probleme melden — eine installierte Klimaanlage verhindert das.
§28 AStV verpflichtet Arbeitgeber, in Büros eine Arbeitstemperatur von maximal 25 °C zu gewährleisten. Bei einem Großraumbüro mit über 250 m² und Südausrichtung ist das ohne aktive Klimatisierung an heißen Tagen nicht erreichbar. Die Klimaanlage ist in diesem Fall kein Luxus, sondern eine arbeitsrechtliche Anforderung.
Planung eines Großraumbüros: Schritt für Schritt
Ein Großraumbüro mit 150–500 m² braucht eine sorgfältige Planung — falsch dimensionierte oder falsch positionierte Geräte sind teuer zu korrigieren.
Kühllastberechnung: Faustregel für Büros in Österreich: 50–80 W/m² Kühlleistung je nach Sonneneinstrahlung, Personenanzahl und Geräteausstattung. Ein 150 m² Büro mit 15 Mitarbeitern und Südausrichtung benötigt 7–12 kW Kühlleistung — das decken 2–3 Kassettengeräte je nach Gerätetyp.
Gerätepositionierung: Kassettengeräte werden in einem gleichmäßigen Raster angeordnet. Jedes Gerät deckt eine Fläche von ca. 30–60 m² ab. Der Mindestabstand zur nächsten Wand sollte 1,5 m betragen, damit die 4-Wege-Luftverteilung optimal funktioniert.
Zonenaufteilung: Bei einem L-förmigen oder offenen Grundriss können unterschiedliche Zonen mit verschiedenen Innengeräten auf einer Multisplit- oder VRF-Außeneinheit betrieben werden. Das ermöglicht die individuelle Temperaturregelung pro Zone — wichtig wenn Teilbereiche unterschiedlich stark genutzt werden.
VRF ab 500 m²: Für Büroflächen über 500 m² lohnt sich ein VRF-System (Variable Refrigerant Flow). VRF ermöglicht es, dass Teile des Gebäudes gekühlt werden, während andere gleichzeitig geheizt werden — effizient und flexibel. Investition: ab € 25.000, amortisiert sich durch niedrigere Betriebskosten in 5–8 Jahren.
Ein Großraumbüro mit 150 m² und 15 Mitarbeitern: Investition € 8.000–14.000. Bei 5 % Produktivitätsverlust an 20 Hitzetagen (à € 3.000 Monatsgehalt × 15 MA × 5 % / 22 Arbeitstage × 20 Tage) entgehen dem Unternehmen ca. € 4.000 pro Sommer. Amortisation in 2–3 Jahren.
Wartung und F-Gas-Pflichten im Großraumbüro
Mehrere Kassettengeräte auf einer Außeneinheit bilden eine gewerbliche Klimaanlage mit typisch 5–15 kW Kälteleistung. Das bedeutet F-Gas-Pflicht: Bei Anlagen mit 5 kg oder mehr Kältemittel (entspricht ca. 5 kW) ist eine jährliche Dichtheitsprüfung durch einen F-Gas-zertifizierten Betrieb Pflicht.
Empfohlener Wartungsplan: Im April Vollwartung (Kältekreis prüfen, Filter reinigen, Wärmetauscher säubern) vor der Kühlsaison. Im Oktober Umstellung auf Heizung testen. Die Kosten für einen Wartungsvertrag liegen bei € 300–600 pro Jahr für ein Multisplit-System mit 3–5 Innengeräten.
Checkliste für die Planung der Großraumbüro-Klimatisierung
Bevor Sie Angebote einholen, sollten Sie folgende Informationen bereithalten — das beschleunigt die Planung und verhindert unvollständige Angebote:
✓ Grundrissplan mit Raummaßen und Deckenhöhe
✓ Anzahl der Mitarbeiter und typische Belegungsmuster (Vollzeit, Home-Office-Tage)
✓ Ausrichtung der Fenster (Süd/West erhöhen Kühllast um 20–40 %)
✓ Vorhandene Zwischendecke? Hohlraum min. 25–30 cm für Kassetten
✓ Mietverhältnis: schriftliche Zustimmung des Vermieters einholen
✓ Außengerät-Standort klären (Dach, Innenhof, Fassade)
✓ IT-Ausstattung im Büro (Server-Schrank = extra Wärmelast)
✓ Zonensteuerung gewünscht? Anforderungen an Raumthermostate formulieren
Schallschutz im Großraumbüro: Was wirklich zählt
In offenen Büros ohne Trennwände überträgt sich Schall ungehindert. Die Klimaanlage sollte daher möglichst leise sein — aber nicht um jeden Preis. Folgende Richtwerte sind praxistauglich:
Unter 35 dB(A): Hörbar aber nicht störend bei normalem Bürogeräusch. Das erreichen die meisten hochwertigen Kassettengeräte im Niedriglastbetrieb.
35–40 dB(A): Spürbar im ruhigen Büro. Bei Vollast etwas störend für empfindliche Personen. Bei günstigen Wandgeräten typisch.
Über 40 dB(A): Deutlich hörbar, auf Dauer ablenkend. In Telefonkonferenzen störend. Vermeiden im Großraum.
Moderne Inverter-Kassettengeräte von Markenherstellern erreichen im Eco-Modus 28–34 dB(A). Achten Sie beim Angebot auf die Schallangabe im Niedriglast-Betrieb — nicht die Maximaldrehzahl.
Noch ein praktischer Hinweis zur Ausschreibung: Wenn Sie mehrere Angebote einholen, stellen Sie sicher, dass alle Anbieter auf Basis der gleichen Kühllastberechnung anbieten. Unterschiedliche Kühllastannahmen machen Angebote nicht vergleichbar. Bitten Sie jeden Anbieter, die angenommene Kühllast in kW im Angebot auszuweisen — so erkennen Sie schnell ob alle vom gleichen Ausgangspunkt rechnen. Ein Kassettengerät mit 7 kW Kühlleistung deckt je nach Belegung und Ausrichtung 60–100 m² Bürofläche ab. Für ein 150 m² Büro mit guter Dämmung und Nordlage können zwei Geräte reichen — für ein verglastes Südfront-Büro gleicher Größe brauchen Sie möglicherweise drei.
Häufige Fragen
Warum sind Kassettengeräte für Großraumbüros besser?
4-Wege-Luftverteilung, kein Direktzug, diskrete Optik in der Decke, Schallpegel ab 30 dB(A). Wandgeräte blasen Luft nur in eine Richtung — Zugluft-Beschwerden und Temperaturunterschiede im Raum sind die Folge.
Wie laut sind Kassettengeräte im Büro?
Hochwertige Kassettengeräte erreichen im Niedriglastbetrieb 30–34 dB(A). Das ist unter der Wahrnehmungsschwelle im normalen Büroumfeld (50–55 dB). Günstige Modelle können 40–48 dB erreichen — spürbar lauter.
Was spart Zonenregelung an Kosten?
20–35% der Klimatisierungskosten durch Abschalten ungenutzter Zonen, Zeitprogramme und Wochenendabsenkung. Bei einem Büro mit € 1.500 Jahresstromkosten sind das € 300–525 Ersparnis.
Welche Klimaanlage für 150 m² Großraumbüro?
2–3 Kassettengeräte à 5–7 kW, verbunden über Multi-Split oder VRF. Gesamtkosten inkl. Planung und Montage: ca. € 8.000–15.000. Mit Zonenregelung amortisiert sich die Investition durch Produktivitäts- und Energiegewinn typischerweise in 5–7 Jahren.
Was ist der Unterschied zwischen Multisplit und VRF im Großraumbüro?
Multisplit-Systeme verbinden 2–8 Innengeräte mit einer Außeneinheit — kostengünstig bis ca. 500 m². VRF-Systeme sind für größere Flächen konzipiert, ermöglichen gleichzeitiges Heizen und Kühlen verschiedener Zonen. VRF ab € 25.000 Investition, amortisiert durch niedrigere Betriebskosten.
Verpflichtet §28 AStV meinen Arbeitgeber zur Klimaanlage?
§28 Arbeitsstättenverordnung schreibt vor, dass in Arbeitsräumen eine Temperatur von max. 25 °C gewährleistet werden soll. Bei Südausrichtung oder Glasfassaden ist das ohne Klimatisierung an Hitzetagen nicht erreichbar. Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, geeignete Maßnahmen zu treffen.
Wie kann ich im Großraumbüro 20–35% Energiekosten sparen?
Zonenregelung ist der wichtigste Hebel: Nur besetzte Zonen kühlen, bei Home-Office-Tagen Grundlast fahren, Wochenenden automatisch hochregeln. Mit Präsenzsensoren und Zeitsteuerung lassen sich 20–35% der Energiekosten einsparen.
Wie lange dauert die Montage einer Großraumbüro-Klimaanlage?
Ein Multisplit-System mit 3–5 Kassettengeräten wird in 2–3 Arbeitstagen installiert. Bei aufwendiger Leitungsführung durch Betondecken kann es 4–5 Tage dauern. Die eigentliche Betriebsunterbrechung beträgt meist nur 1–2 Tage.
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- EU-Verordnung 2024/573 (F-Gas): Wartungspflichten für gewerbliche Anlagen
- Arbeitsstättenverordnung §28 — RIS Österreich: Temperaturanforderungen für Arbeitsräume
- WKO Bundesinnung Mechatroniker — Gewerbliche Klimatechnik: Planung und Montage
- AK Österreich — Hitze am Arbeitsplatz: Raumtemperatur und Arbeitgeberpflichten