Worauf kommt es bei der Luftverteilung im Großraumbüro an?
Wandgeräte blasen die Luft in eine Richtung. Passen Gerätezahl und Positionen nicht zur offenen Fläche, kann das im Großraumbüro zu folgenden Problemen führen:
- Zugluft-Beschwerden: Mitarbeiter nahe am Gerät können frieren, während weiter entfernte kaum Kühlung spüren
- Temperaturunterschiede: zwischen kühlem und warmem Bereich können 3–5 °C Unterschied auftreten
- Lärm: Wer nahe am Gerät sitzt, hört es deutlicher; maßgeblich ist der Schallwert laut Herstellerdatenblatt
- Optik: Das Gerät hängt sichtbar an der Wand
Ob Wand-, Kassetten- oder Kanalgeräte passen und wie viele es braucht, legt der Fachbetrieb nach Besichtigung fest.
Wie funktioniert ein Kassettengerät im Großraumbüro?
Ein Kassettengerät wird in die abgehängte Zwischendecke eingebaut. Sichtbar ist nur die quadratische Verblendung (typisch 60×60 cm oder 80×80 cm), die bündig mit der Decke abschließt.
Technische Vorteile
- 4-Wege-Luftverteilung: Luft wird in alle 4 Richtungen abgegeben und verteilt sich gleichmäßiger über die Fläche
- Schallpegel: Hochwertige Kassetten können im Niedriglastbetrieb 30–34 dB(A) erreichen; maßgeblich ist das Herstellerdatenblatt
- Bewegungssensor: Manche Modelle erkennen Personen und schalten automatisch auf Grundlast wenn der Raum leer ist
- Flussdynamik: Inverter-Technologie passt die Leistung stufenlos an — keine harten Ein-/Ausschaltzyklen
Wie spart die Zonenregelung Energie im Büro?
Ein Großraumbüro mit mehreren VRF-Mehrzonen — Arbeitsbereich, Besprechungsraum, Küche, Empfang — hat unterschiedliche Nutzungszeiten und Wärmelasten. Zonenregelung bedeutet:
- Unabhängige Regelung jedes Bereichs nach Bedarf
- Zeitprogramme: Besprechungsraum wird nur bei Buchung aktiviert, außerhalb auf 28 °C gehalten
- Wochenendabsenkung: Automatische Abschaltung am Wochenende oder auf Mindestlast
- Fernsteuerung: Per App oder BMS (Building Management System) von überall
| Szenario | Ohne Zonenregelung | Mit Zonenregelung |
|---|---|---|
| Besprechungsraum (2h/Tag) | Läuft 8h durch | Läuft nur 2h + 30min Vorkühlung |
| Wochenende (Büro leer) | Minimalbetrieb 24/7 | Abschaltung oder 29 °C Haltebetrieb |
Wie viel Energie das übers Jahr spart, hängt von Nutzung, Gebäude und Anlage ab; eine pauschale Quote lässt sich nicht angeben.
Was kostet die Klimatisierung eines Großraumbüros?
Zwei Beispiele für eine offene Bürofläche: 150 m² mit drei Kassettengeräten an einer Multisplit-Anlage kosten ca. € 16.200 netto inkl. Montage. 400 m² mit einem VRF-System und sieben Kassettengeräten kosten ca. € 52.200 netto. Mehr Glas nach Süd oder West, mehr Personen oder eine andere Geräteklasse verschieben den Betrag; Ihre Fläche rechnen Sie im Gewerbe-Kostenrechner.
Alle Beträge auf dieser Seite sind Richtwerte des Gewerbe-Kostenrechners, netto, Stand Oktober 2026. So rechnen wir
Was schreibt §28 AStV für Großraumbüros vor?
Die Arbeitsstättenverordnung (AStV) §28 schreibt vor: In der warmen Jahreszeit soll bei vorhandener Klima- oder Lüftungsanlage die Lufttemperatur 25 °C möglichst nicht überschreiten; ohne Anlage sind alle sonstigen Maßnahmen zur Temperaturabsenkung auszuschöpfen. Für ein Großraumbüro in einem modernen Bürogebäude kann das bei regelmäßigen Hitzetagen eine Klimatisierung nötig machen.
Die Arbeitsinspektion prüft bei Beschwerden, ob der Arbeitgeber ausreichende Maßnahmen zur Temperaturabsenkung getroffen hat.
Wie plane ich ein Großraumbüro?
Ein Großraumbüro mit 150–500 m² braucht eine sorgfältige Planung — falsch dimensionierte oder falsch positionierte Geräte sind teuer zu korrigieren.
Kühllastberechnung: Die nötige Leistung ergibt sich je Raum aus Fläche, Sonneneinstrahlung (Fenster, Ausrichtung), Personen und Geräten; eine pauschale Faustregel je m² ersetzt diese Berechnung nicht. Mehr Glas nach Süd oder West und mehr Personen erhöhen die Kühllast. Einen ersten Richtwert gibt der Gewerbe-Kostenrechner; wie viele Kassettengeräte es braucht, folgt aus dem Ergebnis.
Gerätepositionierung: Kassettengeräte werden in einem gleichmäßigen Raster angeordnet. Jedes Gerät deckt eine Fläche von ca. 30–60 m² ab. Der Mindestabstand zur nächsten Wand sollte 1,5 m betragen, damit die 4-Wege-Luftverteilung optimal funktioniert.
Zonenaufteilung: Bei einem L-förmigen oder offenen Grundriss können unterschiedliche Zonen mit verschiedenen Innengeräten auf einer Multisplit- oder VRF-Außeneinheit betrieben werden. Das ermöglicht die individuelle Temperaturregelung pro Zone — wichtig wenn Teilbereiche unterschiedlich stark genutzt werden.
VRF für große Flächen: Für große Büroflächen kann sich ein VRF-System (Variable Refrigerant Flow) lohnen. VRF mit Wärmerückgewinnung ermöglicht es, dass Teile des Gebäudes gekühlt werden, während andere gleichzeitig geheizt werden. Für 400 m² offene Fläche sind es ohne Wärmerückgewinnung ca. € 52.200 netto (Beispiel oben); ob sich das über niedrigere Betriebskosten rechnet, zeigt nur die Kalkulation für das konkrete Gebäude.
Welche Wartungspflichten gelten im Großraumbüro?
Mehrere Kassettengeräte auf einer Außeneinheit bilden eine gewerbliche Klimaanlage mit typisch 5–15 kW Kälteleistung. Das bedeutet F-Gas-Pflicht: Ab 5 t CO₂-Äquivalent Füllmenge (bei R32 ca. 7,4 kg, bei R410A ca. 2,4 kg) ist eine jährliche Dichtheitsprüfung durch einen F-Gas-zertifizierten Betrieb Pflicht.
Für Betriebsstätten gilt zusätzlich die Kälteanlagenverordnung (BGBl. 305/1969). Sie regelt den Arbeitnehmerschutz, wenn Kälteanlagen mehr als 1,5 kg Kältemittel enthalten; ob und wie sie eine bestimmte Anlage betrifft, ist im Einzelfall zu klären.
Empfohlener Wartungsplan: Im April Vollwartung (Kältekreis prüfen, Filter reinigen, Wärmetauscher säubern) vor der Kühlsaison. Im Oktober Umstellung auf Heizung testen. Für das Beispiel mit 150 m² und drei Kassettengeräten kostet die Jahreswartung ca. € 358 netto.
Checkliste für die Planung der Großraumbüro-Klimatisierung
Bevor Sie Angebote einholen, sollten Sie folgende Informationen bereithalten — das beschleunigt die Planung und verhindert unvollständige Angebote:
Worauf kommt es beim Schallschutz im Großraumbüro an?
In offenen Büros ohne Trennwände überträgt sich Schall ungehindert. Die Klimaanlage sollte daher möglichst leise sein — aber nicht um jeden Preis. Folgende Richtwerte sind praxistauglich:
Unter 35 dB(A): Hörbar aber nicht störend bei normalem Bürogeräusch. Das können hochwertige Kassettengeräte im Niedriglastbetrieb erreichen.
35–40 dB(A): Spürbar im ruhigen Büro. Bei Vollast etwas störend für empfindliche Personen.
Über 40 dB(A): Deutlich hörbar, auf Dauer ablenkend. In Telefonkonferenzen störend. Vermeiden im Großraum.
Inverter-Kassettengeräte können im Eco-Modus 28–34 dB(A) erreichen; der Wert hängt vom Modell ab. Achten Sie beim Angebot auf die Schallangabe im Niedriglast-Betrieb — nicht die Maximaldrehzahl.
Noch ein praktischer Hinweis zur Ausschreibung: Wenn Sie mehrere Angebote einholen, stellen Sie sicher, dass alle Anbieter auf Basis der gleichen Kühllastberechnung anbieten. Unterschiedliche Kühllastannahmen machen Angebote nicht vergleichbar. Bitten Sie jeden Anbieter, die angenommene Kühllast in kW im Angebot auszuweisen — so erkennen Sie schnell ob alle vom gleichen Ausgangspunkt rechnen. Was sonst in die Anfrage gehört, damit Angebote vergleichbar werden, steht im Ratgeber Klimaanlage ausschreiben. Ein Kassettengerät mit 7 kW Kühlleistung deckt je nach Belegung und Ausrichtung 60–100 m² Bürofläche ab. Für ein 150 m² Büro mit guter Dämmung und Nordlage können zwei Geräte reichen — für ein verglastes Südfront-Büro gleicher Größe brauchen Sie möglicherweise drei.
Häufige Fragen
Welche Vorteile haben Kassettengeräte im Großraumbüro?
4-Wege-Luftverteilung, diskrete Optik in der Decke, Schallpegel ab 30 dB(A). Wandgeräte blasen die Luft in eine Richtung; in großen offenen Flächen kann das zu Zugluft und Temperaturunterschieden führen. Den Gerätetyp legt der Fachbetrieb nach Besichtigung fest.
Wie laut sind Kassettengeräte im Büro?
Hochwertige Kassettengeräte können im Niedriglastbetrieb 30–34 dB(A) erreichen; im normalen Büroumfeld mit 50–55 dB Grundgeräusch kann das überdeckt werden. Der Wert hängt vom Modell und der Lüfterstufe ab — maßgeblich ist das Herstellerdatenblatt.
Was spart Zonenregelung an Kosten?
Abschalten ungenutzter Zonen, Zeitprogramme und Wochenendabsenkung verkürzen die Laufzeit. Wie viel das in Euro spart, hängt von Nutzung, Gebäude und Stromtarif ab; eine pauschale Quote lässt sich nicht angeben.
Welche Klimaanlage für 150 m² Großraumbüro?
Zum Beispiel drei Kassettengeräte an einer Multisplit-Anlage, ca. € 16.200 netto inkl. Montage, ohne Planung; Leistung und Gerätetyp legt der Fachbetrieb nach der Kühllastberechnung fest. Eine Beispielrechnung zur Amortisation (mit Annahmen, keine Prognose) steht im Abschnitt zur Planung.
Was ist der Unterschied zwischen Multisplit und VRF im Großraumbüro?
Multisplit-Systeme verbinden mehrere Innengeräte mit einer Außeneinheit. VRF-Systeme sind für größere Flächen konzipiert, mit Wärmerückgewinnung auch für gleichzeitiges Heizen und Kühlen verschiedener Zonen. Ein VRF-System ohne Wärmerückgewinnung mit sieben Kassettengeräten für 400 m² kostet ca. € 52.200 netto; ob es sich über die Betriebskosten rechnet, zeigt die Kalkulation für das Gebäude.
Verpflichtet §28 AStV meinen Arbeitgeber zur Klimaanlage?
§28 Arbeitsstättenverordnung schreibt vor, dass in Arbeitsräumen mit Klima- oder Lüftungsanlage 25 °C möglichst nicht überschritten werden sollen; ohne Anlage sind sonstige Maßnahmen zur Temperaturabsenkung auszuschöpfen. Bei Südausrichtung oder Glasfassaden ist das ohne Klimatisierung an Hitzetagen oft kaum erreichbar. Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, geeignete Maßnahmen zu treffen; eine bestimmte Maßnahme wie die Klimaanlage schreibt § 28 AStV nicht vor.
Wie kann ich im Großraumbüro Energiekosten sparen?
Zonenregelung ist ein wichtiger Hebel: Nur besetzte Zonen kühlen, bei Home-Office-Tagen Grundlast fahren, Wochenenden automatisch hochregeln. Mit Präsenzsensoren und Zeitsteuerung läuft die Anlage nur, wenn sie gebraucht wird; wie viel das spart, hängt von Nutzung und Gebäude ab.
Wie lange dauert die Montage einer Großraumbüro-Klimaanlage?
Ein Multisplit-System mit 3–5 Kassettengeräten wird in 2–3 Arbeitstagen installiert. Bei aufwendiger Leitungsführung durch Betondecken kann es 4–5 Tage dauern. Die eigentliche Betriebsunterbrechung beträgt meist nur 1–2 Tage.
- EU-Verordnung 2024/573 (F-Gas): Wartungspflichten für gewerbliche Anlagen
- Arbeitsstättenverordnung §28 — RIS Österreich: Temperaturanforderungen für Arbeitsräume
- RIS — Kälteanlagenverordnung BGBl. Nr. 305/1969, § 1 (Geltung), Fassung vom 25.10.2026 — abgerufen 25.10.2026
- WKO Bundesinnung Mechatroniker — Gewerbliche Klimatechnik: Planung und Montage
- AK Österreich — Hitze am Arbeitsplatz: Raumtemperatur und Arbeitgeberpflichten



