Gastronomie

Klimaanlage Restaurant & Gastronomie: Gastraum, Küche & Lüftungspflichten

Unabhängigaus ÖsterreichMit Quellen belegt

Ein Restaurant hat zwei verschiedene Klimabereiche. Im Gastraum zählen Komfort und Ruhe. In der Küche stellen Hitze, Feuchtigkeit und Fettdunst ganz andere Anforderungen. Hier lesen Sie, was für jeden Bereich gilt und was es kostet.

Sie möchten gleich anfragen? Klimaanlage für die Gastronomie: Angebote geprüfter Fachbetriebe. Gastraum und Küche werden getrennt geplant, die Vermittlung ist kostenlos.

Klimavergleich RedaktionFachredaktion für Klimatechnik & Kältetechnik
Jän. 20267 Min. LesezeitAktualisiert: 29.10.2026Wie wir recherchieren
Kurzantwort

Ein Restaurant braucht zwei getrennte Systeme: Im Gastraum Komfort-Klimatisierung für Gäste (max. 35 dB, keine Zugluft). In die Küche gehören Abluftsysteme für Fettdunst, Dampf und Gerüche, keine klassische Klimaanlage. Ein Gastraum mit 60 m² kostet ca. € 9.000 netto inkl. Montage, mit 120 m² ca. € 16.200 netto; die Küchenabluft kommt dazu.

Klimaanlage Gastraum Restaurant Österreich: Welche Systeme kommen in Frage?

Im Gastraum ist Komfort für die Gäste das Ziel: angenehme Temperatur (22–24 °C im Sommer), kein Zugluft-Gefühl, keine störenden Geräusche. Das sind die gleichen Anforderungen wie in einem repräsentativen Büro, mit noch höheren Ansprüchen an Optik und Lautstärke.

Systeme für den Gastraum

  • Kassettengerät: Kommt bei abgehängter Decke in Betracht. 4-Wege-Luftverteilung, diskrete Optik
  • Kanalgerät: Verdeckt in der Decke eingebaut. Sichtbar sind nur die Luftauslässe über Schlitze oder Gitter, die individuell gestaltet werden können
  • Wandgerät: Sichtbar an der Wand montiert. Ob es im Gastraum passt, hängt von Optik, Schallwert laut Datenblatt und Luftführung ab

Wie leise ein Gerät ist, steht im Herstellerdatenblatt; vergleichen Sie die Schalldruckwerte der angebotenen Modelle. Welcher Gerätetyp passt, legt der Fachbetrieb nach Besichtigung fest.

Ist eine Küchenabluft in der Gastronomie Pflicht?

In der Küche geht es um Lüftung, nicht um Klimatisierung. Abgeführt werden müssen:

  • Fettdunst: Entsteht beim Braten und Frittieren und setzt sich in Leitungen ab. Ohne regelmäßige Reinigung besteht Brandgefahr.
  • Wasserdampf: Kochen und Spülen produzieren große Mengen Dampf
  • Wärme: Herd, Backofen, Fritteuse und Spülmaschine zusammen können 10–30 kW Wärmeleistung abgeben
  • Gerüche: Müssen abgeführt werden, bevor sie in den Gastraum gelangen

Die Lösung ist eine Küchenabluftanlage mit Fettfilter, Abluftventilator und Abluftkamin nach draußen. Bei mechanischer Lüftung gehört ein Lüftungsplan zur Einreichung im Betriebsanlagenverfahren. Zu beachten sind u. a. ÖNORM H 6030 bzw. EN 16282-1.

Was kostet die Klimatisierung eines Restaurants?

Zwei Beispiele für den Gastraum: 60 m² mit zwei Kassettengeräten an einem Außengerät kosten ca. € 9.000 netto inkl. Montage, 120 m² mit drei Kassettengeräten ca. € 16.200 netto. Die Küchenabluft ist eine eigene Anlage und darin nicht enthalten; ihren Betrag nennt der Fachbetrieb im Angebot. Ihren Gastraum rechnen Sie im Gewerbe-Kostenrechner, mehr zu Gewerbe-Kosten im Ratgeber Klimaanlage Gewerbe Kosten.

Alle Beträge auf dieser Seite sind Richtwerte des Gewerbe-Kostenrechners, netto, Stand Oktober 2026. So rechnen wir

Was muss ich vor der Restaurant-Klimaanlage klären?

In der Gastronomie müssen zwei Systeme zusammenpassen: die Klimatisierung des Gastraums und die Küchenabluft. Das macht die Planung aufwendiger als im Büro. Ein Fehler in der Planung kostet später ein Vielfaches an Nachbesserung.

Schritt 1: Raumaufteilung und Prioritäten. Welche Bereiche müssen klimatisiert werden? Gastraum, Nebenraum, Büro des Inhabers? Oft genügt zuerst die Klimatisierung des Hauptgastraums. Die Küche läuft über die Abluftanlage und ist damit ausreichend belüftet.

Schritt 2: Kühllastberechnung. Für einen Gastraum mit 120 m² rechnet der Gewerbe-Kostenrechner mit rund 16 kW Kühllast und drei Innengeräten. Die genaue Leistung ergibt die Kühllastberechnung des Fachbetriebs. Es kommt auf Fensterflächenanteil, Ausrichtung (Süd/West = mehr Kühllast), Personenbelegung und Innenausstattung an. Dunkle Böden und schlechte Dämmung erhöhen die Last.

Schritt 3: Außengerät-Standort. Im Gastronomiebereich liegt das Außengerät oft am Hinterausgang, auf dem Dach oder im Hinterhof. Läuft das Außengerät auch nachts, ist der Schallschutz gegenüber Nachbarn besonders wichtig. Es gelten die Nachtwerte des jeweiligen Bundeslands an der Grundgrenze. Je nach Widmung sind das im Wohngebiet teils nur 30–35 dB.

Schritt 4: Genehmigungen. Für Gastronomie-Klimaanlagen gilt in Österreich das Betriebsanlagenrecht. Je nach Anlage und Auswirkung auf Nachbarn kann eine betriebsanlagenrechtliche Genehmigung erforderlich sein, zusätzlich zu einem allfälligen Bauverfahren für das Außengerät. Klären Sie das vorab mit der zuständigen Behörde. Im Angebot klären Sie, ob der Fachbetrieb die Unterlagen dafür übernimmt.

Zum Bauverfahren: Ob ein Split-Klimagerät eine Bewilligung, Anzeige oder Mitteilung braucht, regelt jedes Bundesland selbst: Die Spanne reicht von bewilligungsfrei bis 70 kW in Niederösterreich, außer in Schutzzonen, bis zur Bewilligungspflicht – in der Steiermark laut Land und Stadt Graz im vereinfachten Verfahren. In mehreren Ländern regelt die Bauordnung die Bewilligungspflicht von Klimageräten nicht ausdrücklich. Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung – ob ein Vorhaben frei, anzeige- oder bewilligungspflichtig ist, wird im Einzelfall beurteilt; im Zweifel bei der Baubehörde nachfragen. Die Regeln aller Bundesländer stehen im Ratgeber Genehmigung je Bundesland.

ROI-Berechnung: Wann zahlt sich die Klimaanlage im Restaurant aus?

Ob sich die Investition rechnet, hängt vor allem davon ab, wie stark Hitzetage den Umsatz Ihres Lokals tatsächlich drücken. Das können nur Ihre eigenen Zahlen zeigen. Bei einem Gastraum mit 60 m² und einer Investition von ca. € 9.000 netto (Beispiel oben) sieht eine Rechnung so aus:

Beispielrechnung mit Annahmen, keine Prognose: Angenommen, der Tageserlös von € 1.500 sinkt an Hitzetagen (über 30 °C) ohne Klimatisierung um 20 %. Das wären € 300 Erlösverlust pro Tag. Bei angenommenen 15 Hitzetagen: € 4.500 pro Saison. Das ist entgangener Umsatz, kein Gewinn. Wareneinsatz und andere variable Kosten sind nicht abgezogen, ebenso wenig Strom- und Wartungskosten der Anlage. Wie schnell sich die Investition tatsächlich rechnet, hängt deshalb von Ihrer Marge ab und dauert länger, als die bloße Gegenüberstellung von € 4.500 und € 9.000 vermuten lässt.

Auch für das Servicepersonal ist ein kühler Gastraum an Hitzetagen eine Entlastung.

Welche Wartungs- und F-Gas-Pflichten gelten in der Gastronomie?

Gastronomie-Klimaanlagen unterliegen denselben F-Gas-Pflichten wie andere gewerbliche Anlagen. Ab 5 t CO₂-Äquivalent Füllmenge (bei R32 ca. 7,4 kg, bei R410A ca. 2,4 kg) ist eine jährliche Dichtheitsprüfung durch einen zertifizierten Betrieb Pflicht. Für Betriebsstätten gilt zusätzlich die Kälteanlagenverordnung (BGBl. 305/1969). Sie regelt den Arbeitnehmerschutz, wenn Kälteanlagen mehr als 1,5 kg Kältemittel enthalten; ob und wie sie eine bestimmte Anlage betrifft, ist im Einzelfall zu klären.

Besondere Anforderungen in der Gastronomie: Fettpartikel aus der Küche können die Filter der Innengeräte schneller zusetzen. Reinigen Sie die Filter nach Herstellerangabe; die Anleitungen nennen je nach Gerät zwei Wochen bis sechs Monate. Bei Geräten nahe der Küche reinigen Sie eher öfter. Ein verstopfter Filter mindert die Kühlleistung und erhöht den Stromverbrauch.

Ein Servicebesuch im Jahr kostet für die Beispiele im Abschnitt Kosten € 293 bzw. € 358 netto. Mit einem Wartungsvertrag bekommen Sie garantierte Frühjahrs-Termine, bevor die Saison beginnt.

Checkliste: Was vor dem Kauf einer Gastronomie-Klimaanlage zu klären ist

Ein seriöser Fachbetrieb besichtigt das Lokal, bevor er ein Angebot legt. Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und achten Sie darauf, dass die Kühllastberechnung dem Angebot beiliegt.

Welche Hygienepflichten gelten in der Gastronomie?

In Gastronomiebetrieben berührt die Klimaanlage auch die Lebensmittelhygiene.

  • Filterhygiene: Filter regelmäßig reinigen, Intervall laut Herstelleranleitung, in Küchennähe öfter; Reinigungen dokumentieren
  • F-Gas-Dokumentation: Bei Anlagen ab 5 t CO₂-Äquivalent jährliche Dichtheitsprüfung, Dokumentation 5 Jahre
  • Schädlingsschutz: Außengeräteöffnungen und Leitungsdurchführungen müssen schädlingssicher verschlossen sein

Was kostet eine Gastronomie-Klimaanlage im Betrieb?

Für die beiden Beispiele oben nimmt der Gewerbe-Kostenrechner 1.800 Volllaststunden Kühlung im Jahr an, dazu Mittelklasse-Geräte mit SEER 7,5 und 22,33 ct/kWh netto. Der Gastraum mit 60 m² kostet damit rund € 434 Strom im Jahr, dazu € 293 Wartung netto. Mit 120 m² sind es € 868 Strom und € 358 Wartung netto. Die 1.800 Stunden sind eine Annahme, ein belegter Wert für Gaststätten liegt uns nicht vor; die tatsächlichen Stunden hängen von Öffnungszeiten und Sommer ab.

Häufige Fragen

Brauche ich getrennte Systeme für Gastraum und Küche?

Ja. Gastraum: Komfort-Klimatisierung. Küche: Küchenabluftanlage für Fettdunst, Dampf und Gerüche. Diese Anforderungen sind technisch und rechtlich grundverschieden.

Ist eine Küchenabluftanlage Pflicht?

Das klärt das Betriebsanlagenverfahren für Ihr Lokal. Bei mechanischer Lüftung gehört ein Lüftungsplan zur Einreichung. Zu beachten sind u. a. ÖNORM H 6030 bzw. EN 16282-1.

Was kostet die Klimatisierung eines Restaurants?

Ein Gastraum mit 60 m² und zwei Kassettengeräten kostet ca. € 9.000 netto inkl. Montage, mit 120 m² und drei Kassettengeräten ca. € 16.200 netto. Die Küchenabluft ist eine eigene Anlage; ihren Betrag nennt der Fachbetrieb im Angebot.

Welche Klimaanlage für den Gastraum?

In Betracht kommen Kassettengeräte (4-Wege-Luftverteilung), Kanalgeräte (verdeckt in der Decke) und Wandgeräte. Es kommt auf den Schallwert laut Herstellerdatenblatt, eine Luftführung ohne Zug auf die Sitzplätze und die Optik an. Wichtig: max. 35 dB(A) im Betrieb. Den Gerätetyp legt der Fachbetrieb nach Besichtigung fest.

Muss ich die Küche auch kühlen?

Nein, in der Regel nicht mit einer Split-Klimaanlage. Küchen mit starker Wärmeentwicklung brauchen Abluftanlagen (Dunstabzüge, Lüftung). Die Kühllast der Küche fließt nicht in die Berechnung für den Gastraum ein. Beide Bereiche werden getrennt behandelt.

Welches System kommt für ein kleines Café in Betracht?

Für einen Gastraum mit 60 m² rechnet der Gewerbe-Kostenrechner mit rund 8 kW Kühllast; das sind etwa zwei Innengeräte an einer Multisplit-Anlage. Mit 120 m² sind es rund 16 kW und drei Innengeräte. Die Leistung ergibt die Kühllastberechnung, den Gerätetyp legt der Fachbetrieb nach Besichtigung fest.

Was kostet die Wartung einer Gastronomie-Klimaanlage?

Ein Servicebesuch im Jahr kostet für die Beispiele im Abschnitt Kosten € 293 bzw. € 358 netto. Die Filter kontrollieren Sie nach Herstellerangabe selbst, in Küchennähe öfter. Ein Wartungsvertrag sichert garantierte Frühjahrs-Termine vor der Hochsaison.

Ist eine betriebsanlagenrechtliche Genehmigung nötig?

Ist das Lokal eine genehmigte Betriebsanlage, kann die Klimaanlage eine Änderungsgenehmigung nach Gewerbeordnung erfordern, zusätzlich zu einem allfälligen Bauverfahren. Zuständig ist die Bezirksverwaltungsbehörde, in Wien das Magistratische Bezirksamt. Technische Unterlagen zur Anlage fragen Sie beim Fachbetrieb an.

Kann ich eine Gastronomie-Klimaanlage steuerlich absetzen?

Ja, betriebliche Klimaanlagen sind als Betriebsausgabe voll absetzbar. Abgeschrieben wird über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Bei angenommenen 10 Jahren (10 % p.a.) sind das bei € 8.000 Investition € 800 pro Jahr. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis € 1.000 netto können sofort abgeschrieben werden.

Welcher Schallpegel ist im Gastraum akzeptabel?

Es kommt auf den Schalldruckpegel des Innengeräts laut Herstellerdatenblatt in der geplanten Lüfterstufe an. Er hängt vom Modell ab, nicht allein vom Gerätetyp. Lassen Sie sich diesen Wert im Angebot nennen. Den Gerätetyp legt der Fachbetrieb nach Besichtigung fest.

Beitrag teilenWhatsAppE-MailLinkedIn

Umsetzung & Angebote für Ihr Lokal

Gastraum und Küche getrennt planen, Montage möglichst ohne Schließtag, Auswahl des Fachbetriebs: Klimaanlage Gastronomie: Fachbetriebe & Angebote. Die Anfrage ist kostenlos. Unsere Partnerbetriebe verpflichten sich, sich binnen 72 Stunden (Werktage) bei Ihnen zu melden. Wochenenden zählen nicht.