Heizen

Mit Klimaanlage heizen im Winter: Wann lohnt es sich?

Unabhängigaus ÖsterreichMit Quellen belegt

Eine Split-Klimaanlage kann als Luft-Luft-Wärmepumpe heizen. Was eine kWh Wärme im Rechenbeispiel gegenüber Gas und Pellets kostet, bis zu welcher Außentemperatur Geräte laut Hersteller heizen und wo die Zahlen an Grenzen stoßen.

Klimavergleich RedaktionFachredaktion für Klimatechnik & Kältetechnik
Jän. 20269 Min. LesezeitAktualisiert: 05.11.2026Wie wir recherchieren
Kurzantwort

Eine Split-Klimaanlage heizt als Luft-Luft-Wärmepumpe. Laut Heat Pumps Watch geben Hersteller für solche Geräte COP-Werte von etwa 3,0 bis 4,5 unter Laborbedingungen an. Rechenbeispiel: Mit 31 Cent/kWh Strom und einem angenommenen COP von 3,5 kostet eine kWh Wärme rund 8,9 Cent, aus Gas im Mittel rund 14,8 Cent, je Netzgebiet 12,2–17,7 Cent (E-Control-Preismonitor, Stand 1.10.2026; eigene Rechnung). Bis zu welcher Außentemperatur ein Gerät heizt, steht im Datenblatt — bei den Beispielen in diesem Beitrag zwischen −15 und −25 °C. Gemessene Jahresarbeitszahlen von Luft-Luft-Geräten im Alltag gibt es nicht.

Wie heizt eine Klimaanlage?

Technisch ist eine Split-Klimaanlage eine reversible Luft-Luft-Wärmepumpe. Im Kühlbetrieb entzieht sie dem Raum Wärme und gibt sie nach außen ab. Im Heizbetrieb dreht sie diesen Prozess um: Sie entzieht der Außenluft Wärme — auch bei Minustemperaturen steckt noch Energie in der Luft — und gibt sie als angenehme Heizwärme ans Innengerät ab.

Der Unterschied zur klassischen Elektroheizung: Eine Elektroheizung erzeugt aus 1 kWh Strom genau 1 kWh Wärme. Eine Klimaanlage im Heizbetrieb holt zusätzlich Wärme aus der Außenluft. Das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom heißt COP (Coefficient of Performance). Laut Heat Pumps Watch geben Hersteller für Luft-Luft-Wärmepumpen COP-Werte von etwa 3,0 bis 4,5 an — gemessen unter standardisierten Laborbedingungen.

COP, SCOP und Einsatzgrenze: Was die Herstellerwerte aussagen

Der COP gilt für einen genormten Prüfpunkt. Wie er sich bei Frost verändert, steht in den ausgewerteten Herstellerkatalogen nicht als Wert je Außentemperatur — dort stehen Nennwerte. Werte bei tiefen Außentemperaturen veröffentlicht etwa Daikin für einzelne Modelle in eigenen Leistungstabellen. Für die ganze Heizsaison gibt das EU-Energielabel den SCOP an: Die Wandgeräte der Beispielserien des Kostenrechners (2,5 und 3,5 kW von Daikin, LG, Panasonic, Haier, Gree und Samsung) haben laut Herstellerangaben einen SCOP von 4,1 bis 5,2. Auch das ist ein Rechen- und Laborwert: Systematische Feldstudien zur Jahresarbeitszahl von Luft-Luft-Wärmepumpen gibt es laut Heat Pumps Watch nicht.

Die zweite wichtige Angabe ist die Einsatzgrenze im Heizbetrieb — die tiefste Außentemperatur, bei der das Gerät laut Hersteller noch arbeitet. Beispiele:

Beispiel (Modell)Einsatzgrenze Heizen laut HerstellerSCOP laut Hersteller
Mitsubishi Electric MSZ-LN25VG3 / MSZ-LN35VG3 mit MUZ-LN25/35VG3−15 °C5,20 / 5,10
Daikin Perfera FTXM25A / FTXM35A mit RXM25A9 / RXM35A9−20 °C (Feuchtkugel)5,20
Gree Fairy II (2,7 / 3,5 kW)−25 °C (Messart nicht angegeben)4,2 / 4,1

Die Einsatzgrenze sagt nichts darüber, wie viel Heizleistung bei dieser Temperatur noch bleibt. Eine Leistungsangabe bei Kälte nennen die Hersteller nur für einzelne Modelle, etwa Daikin für die Perfera und Panasonic für die Etherea. Einsatzgrenze und SCOP aller ausgewerteten Serien nebeneinander und die Heizleistung bei −15 °C stehen im Beitrag Welche Split-Klimaanlage heizt bei Frost am besten? Die Hersteller geben die Grenze teils als Feuchtkugeltemperatur, teils ohne Angabe der Messart an; die Werte sind daher nur eingeschränkt vergleichbar.

Grenzen: Wann stößt die Klimaanlage ans Limit?

Je näher die Außentemperatur an die Einsatzgrenze kommt, desto wichtiger ist, wie viel Heizleistung das Gerät dann noch liefert — und diese Angabe nennen die Hersteller nur für einzelne Modelle (siehe oben). Ob das an Ihrem Standort eine Rolle spielt, hängt von den Wintertemperaturen vor Ort und von der Heizlast der Räume ab; beides gehört in die Planung des Fachbetriebs.

Bei Frost kann sich außerdem Eis am Außengerät bilden, das das Gerät von selbst abtaut. Was normal ist, wenn die Klimaanlage beim Heizen vereist, steht im Ratgeber zum Winterbetrieb.

Als alleinige Heizung oder als Ergänzung? Das entscheidet die Heizlast: Das Gerät muss auch an den kältesten Tagen so viel Wärme liefern, wie das Gebäude verliert. In schlecht gedämmten Gebäuden ist das schwerer zu erreichen als in gut gedämmten Wohnungen. Als Ergänzung zu einer bestehenden Heizung (z. B. Fußbodenheizung oder Radiatoren) lässt sich die Klimaanlage unabhängig davon nutzen.

Dimensionierung: Für den Heizbetrieb zählt die Heizleistung des Geräts bei tiefen Außentemperaturen, nicht nur die Nennleistung. Welche Gerätegröße nötig ist, ergibt die Heizlastberechnung des Fachbetriebs.

Soll nicht die Wohnung, sondern eine Halle, ein Geschäft oder ein Büro geheizt werden: Einsatzgrenzen von Kassetten- und VRF-Geräten stehen im Ratgeber Heizen mit Klimageräten im Betrieb.

Was kostet Heizen mit Klimaanlage im Vergleich?

Die folgende Tabelle ist ein Rechenbeispiel mit den genannten Annahmen (Preise Stand September/Oktober 2026). Basis: 1 kWh Wärme, abgegeben an den Raum. Strom: 31 Cent/kWh, der mittlere Wert der meistgenutzten Tarife der lokalen Anbieter laut E-Control-Preismonitor, Stand 1.10.2026 (je Netzgebiet rund 25–35 Cent).

HeizsystemCent pro kWh WärmeRechenweg und Quelle
Klimaanlage, angenommener COP 3,5rund 8,931 Cent Strom ÷ 3,5
Klimaanlage, angenommener COP 2,512,431 Cent Strom ÷ 2,5 (niedrigere Annahme)
Erdgas, Brennwertkesselrund 14,8 (je Netzgebiet 12,2–17,7)Gas 12,8 Cent je kWh, mittlerer Wert der meistgenutzten Tarife der lokalen Anbieter (je Netzgebiet 10,5–15,3 Cent; für die EVN in Niederösterreich 20,4 Cent, hochgerechnet laut E-Control), E-Control-Preismonitor, Stand 1.10.2026, ÷ 0,862 (Feld-Nutzungsgrad, bezogen auf den Brennwert)
Pelletsrund 10,3Pellets 8,74 Cent je kWh = 419 €/t (Österreich-Durchschnitt September 2026) ÷ 0,85 (aus der Tabelle des Energieinstituts Vorarlberg rückgerechnet, kein Messwert)
Heizöl extra leicht (Richtwert, Stichtag 19.10.2026)rund 19,8Heizöl 1,808 €/l (ab 2.000 l, inkl. Steuern und Abgaben, BMWET, Stichtag 19.10.2026) ÷ 10,12 kWh/l (Heizwert laut Umweltbundesamt) = rund 17,9 Cent je kWh (eigene Rechnung) ÷ 0,90 (aus der Tabelle des Energieinstituts Vorarlberg rückgerechnet, kein Messwert). Der Preis schwankt stark: zwischen 31.8. und 21.9.2026 stieg er von 1,607 auf 1,885 €/l
Elektroheizung (direkt)31,0Strom 1:1 in Wärme

Wie groß der Abstand ist, hängt an den Annahmen: Mit COP 3,5 liegt die Klimaanlage in diesem Beispiel rund 40 % unter Gas (je Netzgebiet 27–50 %), mit COP 2,5 rund 16 % — je nach Netzgebiet zwischen rund 2 % darüber und 30 % darunter (eigene Rechnung). Gegenüber Pellets (rund 10,3 Cent) liegt sie nur mit dem höheren COP darunter, gegenüber Heizöl (Tabellenwert zum Stichtag 19.10.2026) mit beiden Annahmen. Mit einem günstigeren Stromtarif wäre der Abstand größer, mit einem günstigeren Gastarif kleiner: Das günstigste Angebot ohne Neukundenrabatt lag zum selben Stand je Netzgebiet bei rund 24–30 Cent für Strom und 10,8–14,7 Cent für Gas. Welcher COP über einen ganzen Winter tatsächlich erreicht wird, ist für Luft-Luft-Geräte nicht gemessen — es gibt laut Heat Pumps Watch keine systematischen Feldstudien. Der Gaspreis ist ein Durchschnitt inklusive Grundpreis bei 15.000 kWh im Jahr (Jahresbetrag ÷ 15.000 kWh, eigene Rechnung); der Nutzungsgrad von 86,2 % stammt aus einer Feldmessung an 60 Gas-Brennwertanlagen in Deutschland (veröffentlicht 04/2004). Gas wird in Österreich nach dem Brennwert abgerechnet, deshalb passt dieser auf den Brennwert bezogene Wert zum E-Control-Preis.

Fernwärme steht nicht in der Tabelle, weil zum Preis je kWh ein Grundpreis nach Fläche kommt und der Tarif vom Gebäude abhängt. Beispiel Wien (Wien Energie, Standardtarif mit amtlichem Preisbescheid, Heizperiode 2026/27): Der Arbeitspreis beträgt rund 16,10 Cent je kWh brutto, mit dem für 2026/27 „einmalig und freiwillig“ gewährten Rabatt von 30 % rund 11,27 Cent (eigene Umrechnung aus €/MWh). Dazu kommt ein Grundpreis von 0,4614 € brutto je m² beheizbarer Nutzfläche und Monat. Für eine Musterwohnung mit 73 m² und 6.000 kWh nennt das Tarifblatt für 2025/26 910,43 € im Jahr inklusive Rabatten; für 2026/27 nennen Wien Energie und Stadt Wien eine Steigerung der Gesamtkosten um sechs Prozent oder durchschnittlich rund 4,60 € im Monat. Neu angeschlossene Gebäude erhalten in Wien einen anderen Tarif (KLIMA Fit).

Ein Rechenbeispiel für einen Wohnraum mit rund 2 kW Heizlast, beheizt mit einer Klimaanlage (angenommener COP 3,5). Als Heizstunden nehmen wir den Rechenwert des EU-Energielabels für mittleres Klima: 1.400 Stunden im Jahr (VO 626/2011) — dieselbe Annahme wie im Kostenrechner. Wärme: 2 kW × 1.400 h = 2.800 kWh. Stromverbrauch der Klimaanlage: 2.800 / 3,5 = 800 kWh Strom. Kosten bei € 0,31/kWh (wie oben): € 248/Jahr. Mit einer Elektroheizung gleicher Leistung: 2.800 kWh × € 0,31 = € 868/Jahr — 3,5-mal so viel. Dieselbe Wärme aus Gas kostet bei 14,8 Cent je kWh Wärme rund € 410/Jahr, je Netzgebiet € 340–500 (eigene Rechnung).

Wann die Klimaanlage heizen lassen?

Je milder die Außenluft, desto weniger muss die Wärmepumpe die Temperatur anheben — in der Übergangszeit im Herbst und Frühling arbeitet sie daher unter günstigeren Bedingungen als bei Frost. Wie stark der COP bei Frost sinkt, steht in den ausgewerteten Herstellerkatalogen nicht als Wert je Außentemperatur; Heizleistung und Stromaufnahme bei Frost nennen einzelne Hersteller, etwa Daikin, in eigenen Leistungstabellen. Wer eine zweite Heizung hat, kann die Klimaanlage an milderen Tagen und die andere Wärmequelle an den kältesten Tagen einsetzen.

Wann macht Heizen mit Klimaanlage Sinn?

Typische Situationen, in denen die Heizfunktion genutzt wird:

  • Übergangszeit (Oktober, März/April): milde Außentemperaturen und oft nur wenige Stunden Heizbedarf am Tag.
  • Wohnungen mit Gasetagenheizung oder elektrischen Speicheröfen: Die Klimaanlage kann einzelne Räume zusätzlich beheizen. Gegenüber direkter Elektroheizung braucht sie im Rechenbeispiel oben (COP 3,5) weniger als ein Drittel des Stroms.
  • Zimmerweise Heizung: Ein Arbeitszimmer oder Schlafzimmer heizen, ohne die ganze Wohnung zu beheizen.
  • Als Backup-Heizung: Ergänzung zur bestehenden Heizung — für Spitzenlasten oder wenn die zentrale Heizung ausfällt.

Eine mögliche Aufteilung über die Heizsaison:

Förderung 2026: Der Kesseltausch der Bundesförderung fördert nur eine Zentralheizung mit wassergeführter Wärmeverteilung — Luft-Luft-Klimageräte fallen daher nicht darunter (Ableitung). Die ursprünglichen Mittel 2026 waren laut Sanierungsoffensive am 10. Juli 2026 ausgeschöpft; ab 2. November 2026 läuft eine Neuauflage mit bis € 5.000 für eine Luft-Wasser-, Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe, 2027 ab 4. Jänner (vorläufige Bedingungen). Was die Landesförderungen verlangen, steht im Ratgeber Klimaanlage als Wärmepumpe; eine Übersicht, auch zur Förderung einer Photovoltaikanlage, im Beitrag Klimaanlage Förderung Österreich 2026.

Ob eine Split-Klimaanlage in einer neu gebauten oder gut sanierten Wohnung die einzige Heizung sein kann, hängt von der Heizlast des Gebäudes und von der Heizleistung des Geräts bei tiefen Außentemperaturen ab — das klärt die Heizlastberechnung des Fachbetriebs.

Worauf achten, wenn die Klimaanlage auch heizen soll?

Im Datenblatt stehen zwei Angaben, die für den Winter zählen: der SCOP und die Einsatzgrenze im Heizbetrieb — also bis zu welcher Außentemperatur das Gerät noch arbeitet. Laut Hersteller liegt die Einsatzgrenze im Heizbetrieb bei Daikin Perfera FTXM25A/35A und Panasonic Etherea KIT-Z25/Z35-CKE bei −20 °C. Mitsubishi Electric MSZ-LN mit Hyper-Heating-Außengerät MUZ-LN25/35VGHZ2 hält laut Hersteller 100 % Heizleistung bis −15 °C und heizt bis −25 °C (Verfügbarkeit beim Fachbetrieb erfragen). Gree nennt für Fairy II, Clivia und Airy eine Einsatzgrenze von −25 °C, ohne Angabe der Messart. Manche Hersteller führen ihre Tieftemperatur-Technik unter eigenen Namen, Mitsubishi Electric etwa als „Hyper Heating“; Grenztemperatur und Heizleistung bei Kälte stehen im Datenblatt des konkreten Modells. Weitere Datenblattwerte finden Sie im Markenvergleich.

Kältemittel R290 (Propan): Die Verbote der EU-F-Gas-Verordnung 2024/573 für Klimageräte und Wärmepumpen (Art. 11, Anhang IV) knüpfen an fluorierte Treibhausgase an — für Luft-Luft-Splitgeräte bis 12 kW zum Beispiel ab 1. Jänner 2029 an ein GWP ab 150; das trifft R32 (GWP 675). Propan (GWP 0,02) zählt nicht zu den in Anhang I und II gelisteten Gasen und ist von diesen Verboten heute nicht betroffen (Ableitung aus dem Verordnungstext). Ob das so bleibt, ist offen: Die Kommission berichtet bis 1. Jänner 2030 unter anderem über Alternativen in Split-Klimaanlagen und Split-Wärmepumpen und legt gegebenenfalls einen Vorschlag vor, der Anhang IV ändern kann (Art. 35). Ein Beispiel für ein R290-Wandgerät ist Mitsubishi Electric MSZ-RZ: laut deutscher Herstellerbroschüre SCOP 5,30 / 5,20 / 4,70 (2,5 / 3,5 / 5,0 kW) und Heizbetrieb bis −30 °C; die R32-Serie MSZ-LN derselben Größen hat SCOP 5,20 / 5,10 / 4,60 und heizt mit Standard-Außengerät bis −15 °C. Die Außengeräte sind verschieden, der Vergleich zeigt daher nicht den Einfluss des Kältemittels allein. Ob MSZ-RZ in Österreich erhältlich ist, ist nicht belegt; auch Bosch nennt sein R290-Splitgerät Climate 6000iP nur auf dem deutschen Auftritt. Welche Geräte lieferbar sind, klärt der Fachbetrieb. Mehr im Ratgeber R290-Klimaanlage.

Häufige Fragen

Kann eine Klimaanlage wirklich als alleinige Heizung dienen?

Das hängt von der Heizlast des Gebäudes und von der Heizleistung des Geräts bei tiefen Außentemperaturen ab. Beides klärt der Fachbetrieb mit einer Heizlastberechnung. Als Ergänzung zu einer bestehenden Heizung lässt sich eine Klimaanlage unabhängig davon nutzen.

Bis zu welcher Außentemperatur heizt eine Klimaanlage?

Das hängt vom Modell ab. Laut Hersteller liegt die Einsatzgrenze im Heizbetrieb zum Beispiel bei −15 °C (Mitsubishi Electric MSZ-LN mit Standard-Außengerät MUZ-LN25/35VG3), bei −20 °C (Daikin Perfera FTXM25A/35A, Panasonic Etherea KIT-Z25/Z35-CKE) und bei −25 °C (Gree Fairy II, Clivia und Airy, Messart nicht angegeben; Mitsubishi Electric mit Hyper-Heating-Außengerät MUZ-LN25/35VGHZ2, Verfügbarkeit beim Fachbetrieb erfragen). Die Einsatzgrenze sagt nichts darüber, wie viel Heizleistung dann noch bleibt.

Wie hoch sind die Heizkosten im Vergleich zu Gas?

Rechenbeispiel: Bei einem Strompreis von 31 Cent/kWh (mittlerer Wert der meistgenutzten Tarife der lokalen Anbieter laut E-Control-Preismonitor, Stand 1.10.2026) und einem angenommenen COP von 3,5 kostet eine kWh Wärme aus der Klimaanlage rund 8,9 Cent. Erdgas kostet im meistgenutzten Tarif des lokalen Anbieters im Mittel 12,8 Cent je kWh, je Netzgebiet 10,5–15,3 Cent (Stand 1.10.2026); je kWh Wärme sind das mit einem Feld-Nutzungsgrad von 86,2 % rund 14,8 Cent (12,2–17,7 Cent). Die Klimaanlage liegt damit rund 40 % unter Gas (je Netzgebiet 27–50 %), mit einem COP von 2,5 rund 16 % — je nach Netzgebiet zwischen rund 2 % darüber und 30 % darunter (eigene Rechnung). Gemessene Jahresarbeitszahlen von Luft-Luft-Geräten gibt es nicht.

Worauf achten, wenn die Klimaanlage auch heizen soll?

Auf den SCOP und auf die Herstellerangabe, bis zu welcher Außentemperatur das Gerät heizt und welche Leistung es dann noch liefert. Beides steht im Datenblatt des konkreten Modells. Laut Hersteller heizen zum Beispiel Perfera FTXM25A/35A und Etherea KIT-Z25/Z35-CKE bis −20 °C, MSZ-LN mit Standard-Außengerät bis −15 °C (mit Hyper-Heating-Außengerät MUZ-LN25/35VGHZ2 bis −25 °C; Verfügbarkeit beim Fachbetrieb erfragen).

Brauche ich eine spezielle Klimaanlage zum Heizen oder kann ich jede Split-Anlage nutzen?

Jede reversible Inverter-Split-Anlage kann heizen (Luft-Luft-Wärmepumpe). Für kalte Lagen lohnt der Blick auf die Herstellerangabe zum Heizbetrieb bei tiefen Außentemperaturen; Mitsubishi Electric führt seine Tieftemperatur-Technik zum Beispiel unter dem Namen „Hyper Heating“. Grenztemperatur und Heizleistung stehen im Datenblatt des konkreten Modells.

Ist Heizen mit Klimaanlage umweltfreundlich?

Die OIB-Richtlinie 6 rechnet je kWh Energieträger mit 74 g CO₂-Äquivalent für Strom, 201 g für Erdgas, 271 g für Heizöl und 9 g für feste Biomasse (z. B. Pellets) (OIB-Rechenwert für 2026–2035). Je kWh Wärme ergibt das für eine Klimaanlage mit angenommenem COP 3,5 rund 21 g (74 ÷ 3,5) und für einen Gas-Brennwertkessel rund 210 g (eigene Rechnung). Feste Biomasse liegt nach diesen Rechenwerten noch darunter. In der Stromkennzeichnung 2024 lag der Anteil erneuerbarer Energieträger bei 86,52 % (E-Control).

Quellen
  1. E-Control — Preismonitor 1. Oktober 2026: Strom (S. 1, 3.500 kWh, meistgenutzter Tarif des lokalen Anbieters und günstigstes Angebot ohne Neukundenrabatt je Netzgebiet) und Gas (S. 2, 15.000 kWh, Preise der lokalen Anbieter je Netzgebiet), brutto inkl. Netzentgelte, Steuern und Abgaben (Stand 1.10.2026, abgerufen 08.10./28.10.2026)
  2. E-Control — Verrechnung mit Ist-Brennwerten für Endverbraucher: Gas wird nach dem Brennwert abgerechnet (Version 2024.01, abgerufen 11.10.2026)
  3. Wolff et al., FH Braunschweig/Wolfenbüttel — Felduntersuchung Gas-Brennwertkessel (DBU-Abschlussbericht AZ 14133): Jahresnutzungsgrad 86,2 % bezogen auf den Brennwert, 60 Anlagen in Deutschland (04/2004, abgerufen 11.10.2026)
  4. Österreichischer Biomasseverband — Energieträger im Vergleich: Pellets 8,74 Cent/kWh (Heizwert, 6 t Lieferung) (Stand 21.09.2026, abgerufen 11.10.2026)
  5. proPellets Austria — Pellets im Kostencheck: Österreich-Durchschnitt September 2026, 419 €/t (15.09.2026, abgerufen 11.10.2026)
  6. Energieinstitut Vorarlberg — Brennstoffe im Vergleich 2026 (Wirkungsgrade in der Tabelle berücksichtigt; Pellets 85 %, Heizöl 90 % eigene Rückrechnung) (Stand 21.07.2026, abgerufen 11.10.2026)
  7. BMWET — Energiekosten und -preise, Tabelle Heizöl Extraleicht 2026 (ab 2.000 l, gewichtete Durchschnittspreise inkl. aller Steuern und Abgaben; Daten der Fachverbände der WKO) (Stichtag 19.10.2026, abgerufen 25.10.2026)
  8. Umweltbundesamt — REP-0989 Harmonisierte THG-Emissionsfaktoren, S. 9: Heizöl extra leicht 0,84 kg/l und 12,05 kWh/kg (= 10,12 kWh/l, eigene Rechnung) (Datenstand 2025, abgerufen 11.10.2026)
  9. Wien Energie — Fernwärme-Preise für Haushalte, Standardtarif (Preisbescheid) Heizperiode 2026/27: Arbeits- und Grundpreis, Rabatt 30 % (abgerufen 11.10.2026), Tarifblatt PB Standard (Musterwohnung 73 m², 6.000 kWh, 2025/26) und Tarifblatt KLIMA Fit (Neuanschlüsse) (abgerufen 11.10.2026)
  10. Stadt Wien, Rathauskorrespondenz — „Weiterhin Fernwärme-Rabatte trotz massiv gestiegener Gaspreise“: Kostensteigerung 2026/27 (08.10.2026, abgerufen 11.10.2026)
  11. Heat Pumps Watch (M. Miara) — Luft-Luft-Wärmepumpen: Hersteller-COP ca. 3,0 bis 4,5 im Labor, keine systematischen Feldstudien (26.01.2026, abgerufen 11.10.2026)
  12. OIB-Richtlinie 6, Kap. 7 Konversionsfaktoren: CO₂-Äquivalent je kWh für den Ermittlungszeitraum 2026 bis 2035 (Ausgabe September 2025, abgerufen 11.10.2026); Gas je kWh Wärme: 201 g ÷ rund 0,96 (Feld-Nutzungsgrad bezogen auf den Heizwert), eigene Rechnung
  13. Sanierungsoffensive (BMLUK/KPC) — Informationsblatt Kesseltausch 2026 Ein-/Zweifamilienhaus: nur Zentralheizung mit wassergeführter Wärmeverteilung (Version 10/2025, abgerufen 07.10.2026)
  14. Sanierungsoffensive — „Förderungsaktion erfolgreich beendet“: Kesseltausch-Mittel 2026 ausgeschöpft (10.07.2026, abgerufen 07.10.2026)
  15. Sanierungsoffensive (BMLUK/KPC) — Informationsblatt Kesseltausch 2026, Neuauflage ab 02.11.2026: Wärmepumpe bis 5.000 € (Version 10/2026, abgerufen 25.10.2026)
  16. Sanierungsoffensive (BMLUK/KPC) — Informationsblatt Kesseltausch 2027: Antrag ab 04.01.2027 (Version 10/2026, vorläufig, abgerufen 25.10.2026)
  17. E-Control — Strom- und Gaskennzeichnung 2024: Anteil erneuerbarer Energieträger 86,52 % (10.11.2025, abgerufen 11.10.2026)
  18. Delegierte Verordnung (EU) Nr. 626/2011 (Energieetikett Luftkonditionierer): 1.400 Heizstunden, Heizperiode „mittel“ (abgerufen 06.10.2026)
  19. Daikin Österreich — Katalog Split / Sky Air 2026 (Perfera FTXM-A) (03/2026, abgerufen 08.10./11.10.2026)
  20. Daikin Spanien — Kapazitätstabelle Kühlen/Heizen RXM25A / RXM25A9 (Dok. 4D150085A) (ohne Datum, abgerufen 05.11.2026)
  21. Panasonic — RAC-Katalog Heiz- und Kühlsysteme 2026/2027 (Etherea KIT-Z25/Z35-CKE) (abgerufen 08.10.2026)
  22. Mitsubishi Electric — M-Serie-Broschüre, deutsche Ausgabe (MSZ-LN/MUZ-LN..VG3; MSZ-RZ mit R290) (08/2026, abgerufen 08.10./11.10.2026) und Hyper-Heating-Broschüre (Schweizer Ausgabe, MUZ-LN..VGHZ2) (o. D., abgerufen 08.10.2026)
  23. LG Electronics Österreich — Klimakatalog Single-/Multisplit 2025–2026 (Dualcool Deluxe; bei einem Händler abgelegt) (© 2025, abgerufen 08.10.2026)
  24. GREE GmbH — Preisliste/Klima-Katalog V7.1 (Fairy II, Clivia, Airy; bei einem Händler abgelegt) (04/2026, abgerufen 10.10.2026)
  25. Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase: Art. 11 und Anhang IV (Verbote), Art. 35 (Bericht bis 1.1.2030, mögliche Änderung von Anhang IV), Anhang I und II (Gaslisten) (ABl. vom 20.02.2024, abgerufen 02.10.2026)
  26. Bosch Home Comfort Deutschland — Pressemitteilung „Bosch startet R290-Single-Split-Klima-Portfolio“ (Climate 6000iP) (o. D., abgerufen 10.10.2026)
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