Pflichten & Recht

F-Gas-Pflichten für Betriebe: Wann Ihre Klimaanlage geprüft werden muss

Unabhängigaus ÖsterreichMit Quellen belegt

Ab bestimmten Füllmengen gelten Dichtheitskontrollen in festen Intervallen und Aufzeichnungspflichten. Die Übersicht nach der Verordnung (EU) 2024/573, mit den Schwellen auch in Kilogramm.

Klimavergleich RedaktionFachredaktion für Klimatechnik & Kältetechnik
Juli 202611 Min. LesezeitAktualisiert: 05.11.2026Wie wir recherchieren
Kurzantwort

Ortsfeste Klimaanlagen mit fluorierten Treibhausgasen als Kältemittel sind nach der Verordnung (EU) 2024/573 auf Dichtheit zu kontrollieren, sobald die Einrichtung mindestens 5 Tonnen CO₂-Äquivalent an Gasen nach Anhang I (etwa R32 oder R410A) oder mindestens 1 kg an Gasen nach Anhang II Gruppe 1 (etwa R1234yf, auch als Anteil im Gemisch R454B) enthält. Je nach Füllmenge gilt das mindestens alle 12, 6 oder 3 Monate, mit installiertem Leckage-Erkennungssystem alle 24, 12 oder 6 Monate. Als hermetisch geschlossen gekennzeichnete Einrichtungen sind unter 10 t bzw. unter 2 kg ausgenommen. Für prüfpflichtige Einrichtungen kommen Aufzeichnungen mit mindestens fünf Jahren Aufbewahrung und eine Nachkontrolle nach jeder Reparatur einer Undichtigkeit dazu. Dichtheitskontrollen sowie Installation, Wartung, Reparatur und Außerbetriebnahme sind zertifizierten Personen und Unternehmen vorbehalten.

Bin ich als Betrieb überhaupt betroffen?

Seit 11. März 2024 gilt die F-Gas-Verordnung (EU) 2024/573; die bisherige Verordnung (EU) Nr. 517/2014 ist aufgehoben. Die Verordnung gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat, also auch in Österreich. Betreiber ist laut Art. 3 Nr. 5 das Unternehmen, das die tatsächliche Kontrolle über das technische Funktionieren der Einrichtung ausübt, oder der Eigentümer, dem ein Mitgliedstaat für bestimmte Situationen die Betreiberpflichten übertragen hat. Als Unternehmen gilt jede natürliche oder juristische Person (Art. 3 Nr. 27).

Die Pflicht, Einrichtungen auf Dichtheit kontrollieren zu lassen, trifft nach Art. 5 Abs. 1 Betreiber und Hersteller; für ortsfeste Klimaanlagen, Kälteanlagen und Wärmepumpen gilt sie ausdrücklich (Art. 5 Abs. 2). Maßgeblich ist die Füllmenge je Einrichtung, nicht die Zahl der Geräte im Betrieb. Gerechnet wird je nach Kältemittel in Tonnen CO₂-Äquivalent oder in Kilogramm (siehe unten). Propan (R290) und CO₂ stehen nicht in den Anhängen I und II der Verordnung und fallen daher nicht unter die Dichtheitskontrollpflicht nach Art. 5.

In Österreich enthält das Fluorierte Treibhausgase-Gesetz 2009 Strafbestimmungen; es verweist noch auf die Vorgängerverordnung 517/2014. Für Fragen von Unternehmen zur Verordnung hat das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) einen F-Gase-Helpdesk eingerichtet.

Für Betriebsstätten gilt zusätzlich die Kälteanlagenverordnung (BGBl. 305/1969). Sie regelt den Arbeitnehmerschutz, wenn Kälteanlagen mehr als 1,5 kg Kältemittel enthalten; ob und wie sie eine bestimmte Anlage betrifft, ist im Einzelfall zu klären. Was sie verlangt und welche Prüfungen im Betrieb sonst gelten, steht im Ratgeber Prüfungen nach der Kälteanlagenverordnung.

Die Raumtemperatur am Arbeitsplatz ist nicht Thema dieses Beitrags; dazu gibt es einen eigenen Ratgeber: Raumklima und Arbeitsstättenverordnung.

Welche Prüffristen gelten?

Ob und wie oft eine Einrichtung kontrolliert werden muss, richtet sich nach Art und Menge des Kältemittels. Die Verordnung kennt zwei Maßstäbe (Art. 5 Abs. 1 und 6): Für Gase nach Anhang I — etwa R32 sowie Gemische aus Anhang-I-Stoffen wie R410A — zählt das CO₂-Äquivalent in Tonnen. Für Gase nach Anhang II Gruppe 1 („ungesättigte teil(chlor)fluorierte Kohlenwasserstoffe“, etwa der HFO R1234yf) zählt die Masse in Kilogramm. Die Dichtheitskontrolle ist mindestens in diesen Abständen fällig:

  • Mindestens 5 t CO₂-Äquivalent bzw. mindestens 1 kg, aber weniger als 50 t bzw. weniger als 10 kg: alle 12 Monate, mit installiertem Leckage-Erkennungssystem alle 24 Monate
  • Mindestens 50 t und weniger als 500 t bzw. 10 bis 100 kg: alle 6 Monate, mit Leckage-Erkennungssystem alle 12 Monate
  • Mindestens 500 t bzw. 100 kg oder mehr: alle 3 Monate, mit Leckage-Erkennungssystem alle 6 Monate

Ein Leckage-Erkennungssystem ist laut Verordnung ein kalibriertes mechanisches, elektrisches oder elektronisches Gerät, das austretende Gase feststellt und den Betreiber warnt (Art. 3 Nr. 26). Für die längeren Intervalle verlangt Art. 5 Abs. 6, dass ein solches System in der Einrichtung installiert ist. Pflicht ist es bei ortsfesten Klima- und Kälteanlagen und Wärmepumpen ab 500 t CO₂-Äquivalent oder ab 100 kg Anhang-II-Gruppe-1-Gasen (Art. 6 Abs. 1). Dort muss es den Betreiber oder ein Wartungsunternehmen bei jeder Leckage warnen und mindestens alle zwölf Monate auf seine Funktion kontrolliert werden (Art. 6 Abs. 3).

Ausnahme: Als hermetisch geschlossen gekennzeichnete Einrichtungen werden nicht auf Dichtheit kontrolliert, wenn sie weniger als 10 t CO₂-Äquivalent an Anhang-I-Gasen oder weniger als 2 kg an Anhang-II-Gruppe-1-Gasen enthalten (Art. 5 Abs. 1 UAbs. 2). Wie diese Ausnahme bei Gemischen aus beiden Gruppen anzuwenden ist, beantworten die hier ausgewerteten Quellen nicht.

Für ortsfeste Kälteanlagen gilt das genauso: Schwellen und Intervalle sind dieselben wie bei Klimaanlagen und Wärmepumpen (Art. 5 Abs. 1, 2 und 6). Auch hier kontrolliert eine nach Art. 10 zertifizierte natürliche Person (Art. 5 Abs. 3), und das ausführende Unternehmen bewahrt eine Kopie der Aufzeichnungen auf (Art. 7 Abs. 2). Eine EU-Vorgabe, wie die Kontrolle technisch abläuft, gibt es derzeit nicht: Die Verordnung (EG) Nr. 1516/2007 mit den Standardanforderungen an die Dichtheitskontrolle ist seit 23. Juli 2026 ersatzlos aufgehoben (Durchführungsverordnung (EU) 2026/1444). Die Pflichten aus der F-Gas-Verordnung selbst bleiben nach unserer Lesart davon unberührt.

Wie rechne ich das CO₂-Äquivalent meiner Anlage aus?

Eine Tonne CO₂-Äquivalent ist laut Art. 3 Nr. 3 die Masse der Gase in Tonnen multipliziert mit ihrem Treibhauspotenzial (GWP). In Kilogramm gerechnet: CO₂-Äquivalent in t = Füllmenge in kg × GWP ÷ 1.000. Das GWP eines Gemischs ist der massegemittelte Wert seiner Bestandteile (Anhang VI). Füllmenge, CO₂-Äquivalent und GWP gehören zur Kennzeichnung, die beim Inverkehrbringen vorgeschrieben ist (Art. 12); ältere Geräte tragen die Angabe in CO₂-Äquivalent womöglich nicht. Bei prüfpflichtigen Einrichtungen stehen Menge und Art der Gase außerdem in den Aufzeichnungen (siehe unten). Die Schwellen in Kilogramm:

  • R32 (GWP 675 laut Anhang I): 5 t entsprechen 7,41 kg, 50 t 74,1 kg, 500 t 740,7 kg (Rechenwerte; das BMLUK nennt ebenfalls 7,41 kg)
  • R410A (je 50 % HFKW-32 und HFKW-125; GWP nach Anhang VI als Rechenwert 2.087,5, das BMLUK nennt 2.088): 5 t entsprechen 2,40 kg, 50 t 23,95 kg, 500 t 239,5 kg (Rechenwerte; das BMLUK nennt ebenfalls 2,40 kg)
  • R454B (laut Hersteller 68,9 % R32 und 31,1 % R1234yf): Hier zählt zusätzlich die Kilogramm-Schwelle für den R1234yf-Anteil. Als Rechenwert bei Nennzusammensetzung enthält eine Einrichtung ab rund 3,2 kg Gesamtfüllung 1 kg R1234yf und ist damit prüfpflichtig; rund 32 kg Gesamtfüllung entsprechen 10 kg, rund 322 kg entsprechen 100 kg R1234yf — ab dort ist ein Leckage-Erkennungssystem Pflicht. Nach dem CO₂-Äquivalent allein (GWP als Rechenwert 465,2) wäre die 5-Tonnen-Schwelle erst bei rund 10,75 kg erreicht.

Dass bei Gemischen beide Maßstäbe zu prüfen sind, schreibt auch das BMLUK in seinen FAQ zur Verordnung. Als Beispiel nennt es das Gemisch R-455A mit 1,4 kg Gesamtfüllung, davon 1,06 kg HFKW-1234yf: Die Einrichtung ist prüfpflichtig, obwohl der HFKW-32-Anteil nur 0,2 t CO₂-Äquivalent ausmacht.

Zu den R454B-Werten drei Vorbehalte: Sie gelten für die Nennzusammensetzung laut Hersteller. Ob sie auch für als hermetisch geschlossen gekennzeichnete Einrichtungen gelten, beantworten die hier ausgewerteten Quellen nicht sicher. Und welches Intervall gilt, wenn CO₂- und Kilogramm-Stufe auseinanderfallen, sagt keine dieser Quellen ausdrücklich: Dass ab rund 32 kg das 6-Monats- und ab rund 322 kg das 3-Monats-Intervall gilt, beruht auf der Annahme, dass jeweils die strengere Stufe maßgeblich ist. Mit installiertem Leckage-Erkennungssystem gelten 24, 12 bzw. 6 Monate.

Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Füllmengen: Eine Einrichtung mit 18 kg R410A enthält 18 × 2.087,5 = 37.575 kg, also rund 37,6 t CO₂-Äquivalent (Rechenwert) — prüfpflichtig, Kontrolle mindestens alle 12 Monate (mit installiertem Leckage-Erkennungssystem mindestens alle 24 Monate), weil unter 50 t. Eine Einrichtung mit 14 kg R32 kommt auf 14 × 675 = 9.450 kg, also 9,45 t (Rechenwert) — ebenfalls mindestens alle 12 Monate.

Pflicht und Intervall der Dichtheitsprüfung lassen sich mit Kältemittel und Füllmenge im F-Gas-Check berechnen. Das Ergebnis ist ein Rechenwert und ersetzt nicht die Prüfung der konkreten Einrichtung.

Betrifft das die normale Büro-Splitanlage?

Das hängt von Kältemittel und Füllmenge der einzelnen Einrichtung ab. Die folgenden Werte sind Einzelbeispiele von sechs Herstellern, jeweils die Füllung des Außengeräts laut Herstellerangabe, nicht die Gesamtfüllung einer fertig montierten Anlage:

  • Daikin RXM25A9, RXM35A9 (Single-Split, R32): 0,95 kg = 0,65 t CO₂-Äquivalent; bis 10 m Leitung vorbefüllt, darüber 0,02 kg je Meter
  • Mitsubishi Electric MUZ-LN25VG3 (Single-Split, R32): 0,80 kg; vorgefüllt für 10 m Leitung, darüber 20 g je Meter
  • Panasonic CU-TZ25CKE (Single-Split, R32): 0,58 kg; vorgefüllt für 7,5 m Leitung, darüber 10 g je Meter
  • Toshiba RAS-10J2AVSG-E1 (Single-Split, R32): 0,55 kg; vorgefüllt bis 15 m Leitung, darüber 20 g je Meter
  • Gree GWH09AUCXB (Clivia, Single-Split, R32): 0,53 kg; vorgefüllt für 5 m Leitung, darüber 16 g je Meter
  • Daikin 5MXM90A2V1B9 (Multisplit, R32): 2,4 kg = 1,62 t; über 30 m Leitung 0,02 kg je Meter zusätzlich
  • Mitsubishi Electric MXZ-6F120VF3 (Multisplit, R32): 2,40 kg = 1,62 t; vorgefüllt für 80 m Leitung
  • Daikin RXYA8A7Y1B und RXYA10A7Y1B (VRV 5, R32): je 9 kg = 6,08 t — die Füllung dieser Außengeräte laut Datenblatt liegt damit bereits über 5 t; RXYA14A7Y1B bis RXYA20A7Y1B: je 10,6 kg = 7,16 t
  • Samsung AM100HCVANG (DVM S2+, R32): 7,0 kg = 4,73 t — diese Außengerät-Füllung liegt unter 5 t; AM120HCVANG: 9,3 kg = 6,28 t
  • Daikin RXYQ8U7Y1B (VRV IV, R410A): 5,9 kg = 12,3 t; RXYQ20U7Y1B: 11,8 kg = 24,6 t

Die t-Werte sind Herstellerangaben. Bei RXM25A9, RXM35A9, MUZ-LN25VG3, CU-TZ25CKE, RAS-10J2AVSG-E1, GWH09AUCXB und beim 5MXM90A2V1B9 kommt ab der genannten Leitungslänge Kältemittel hinzu; vorgefüllte Länge und Menge je Meter unterscheiden sich je Hersteller und Modell. Bei prüfpflichtigen Einrichtungen weisen die Aufzeichnungen Menge und Art der Gase aus, gegebenenfalls mit gesonderter Angabe der bei der Installation hinzugefügten Menge. Mehr zu den Systemen: VRF-Anlagen im Betrieb.

Auch unterhalb der Schwellen müssen Betreiber alle technisch und wirtschaftlich durchführbaren Maßnahmen ergreifen, um Leckagen auf ein Mindestmaß zu begrenzen (Art. 4 Abs. 3). Installation, Instandhaltung oder Wartung, Reparatur und Außerbetriebnahme ortsfester Klimaanlagen sind zertifizierungspflichtig; eine Füllmengen-Untergrenze nennt Art. 10 Abs. 1 dafür nicht. „Nicht prüfpflichtig“ heißt also nicht, dass jeder am Kältekreislauf arbeiten darf.

Wer darf prüfen und am Kältekreis arbeiten?

Dichtheitskontrollen an ortsfesten Klimaanlagen führen natürliche Personen durch, die nach Art. 10 zertifiziert sind (Art. 5 Abs. 3). Zertifizierungspflichtig sind außerdem Installation, Instandhaltung oder Wartung, Reparatur und Außerbetriebnahme (Art. 10 Abs. 1). Das gilt für die Personen, die diese Tätigkeiten ausführen (Art. 4 Abs. 7 UAbs. 1), und für juristische Personen, also Firmen, die Installation, Wartung, Reparatur oder Außerbetriebnahme durchführen (Art. 4 Abs. 7 UAbs. 2). Ein Unternehmen darf eine solche Tätigkeit nur dann einem anderen Unternehmen übertragen, wenn es sich vergewissert hat, dass dieses die nötigen Zertifikate besitzt (Art. 10 Abs. 12). Für Betriebe heißt das: Arbeiten am Kältekreislauf nur an zertifizierte Unternehmen vergeben.

In Österreich ist für das Unternehmenszertifikat das BMLUK zuständig (Abteilung V/5). Voraussetzung ist, dass im Betrieb mindestens eine Person mit Personenzertifikat beschäftigt ist. Wie Sie Personen- und Unternehmenszertifikat bekommen, steht im Beitrag F-Gas-Zertifikat in Österreich.

Die Fachbetriebe im Klimavergleich-Netzwerk werden auf F-Gas-Zertifizierung und Gewerbeberechtigung geprüft, bevor sie Anfragen erhalten.

Anlagenbuch: Was muss dokumentiert werden?

Für jede einzelne prüfpflichtige Einrichtung muss der Betreiber Aufzeichnungen führen (Art. 7 Abs. 1) — in diesem Beitrag „Anlagenbuch“ genannt. Sie enthalten:

  • a) Menge und Art der enthaltenen Gase, gegebenenfalls mit gesonderter Angabe der bei der Installation hinzugefügten Menge
  • b) die Menge, die bei Instandhaltung oder Wartung oder wegen einer Leckage hinzugefügt wurde, mit dem Datum der Auffüllung
  • c) die Menge der rückgewonnenen Gase
  • d) wenn Gase hinzugefügt wurden: Menge und Art, ob sie recycelt oder aufgearbeitet wurden, sowie Name und Anschrift der Recycling- oder Aufarbeitungsanlage in der Union und gegebenenfalls deren Zertifizierungsnummer
  • e) Angaben zum Unternehmen, das die Einrichtung installiert, gewartet, instand gehalten und, wenn zutreffend, rückgewonnen, repariert, auf Dichtheit kontrolliert oder außer Betrieb genommen hat, gegebenenfalls mit der Nummer seines Zertifikats; ist das Unternehmen eine juristische Person, auch Angaben zur natürlichen Person, die die Tätigkeiten durchgeführt hat
  • f) Zeitpunkte und Ergebnisse der Dichtheitskontrollen sowie Zeitpunkte und Ergebnisse aller Reparaturen von Undichtigkeiten
  • g) bei Außerbetriebnahme: die Maßnahmen zur Rückgewinnung und Entsorgung der Gase

Sofern die Aufzeichnungen nicht in einer behördlichen Datenbank gespeichert sind, bewahrt der Betreiber sie mindestens fünf Jahre auf; das Unternehmen, das die Arbeiten für den Betreiber durchführt, bewahrt Kopien ebenso lange auf. Auf Verlangen sind die Aufzeichnungen der zuständigen Behörde oder der Europäischen Kommission zur Verfügung zu stellen (Art. 7 Abs. 2).

Leckage entdeckt — was jetzt?

Wird eine Leckage festgestellt, müssen Betreiber sicherstellen, dass die Einrichtung unverzüglich repariert wird (Art. 4 Abs. 5). Ist die Einrichtung prüfpflichtig, muss sie danach von einer nach Art. 10 zertifizierten natürlichen Person geprüft werden, um zu bestätigen, dass die Reparatur erfolgreich war: frühestens nach 24 Stunden Betrieb, spätestens innerhalb eines Monats nach der Reparatur. Zeitpunkt und Ergebnis der Reparatur gehören in die Aufzeichnungen (Art. 7 Abs. 1 lit. f).

Was ändert sich durch die neue Verordnung (EU) 2024/573?

Die Verordnung (EU) 2024/573 wurde am 7. Februar 2024 angenommen und gilt seit 11. März 2024; die Verordnung (EU) Nr. 517/2014 ist aufgehoben. Bezugnahmen auf die alte Verordnung gelten als Bezugnahmen auf die neue (Art. 37 Abs. 5). Für bestehende Klimaanlagen betreffen das vor allem folgende Punkte:

  • Ab 1. Jänner 2026 ist es verboten, Gase nach Anhang I mit einem GWP von 2.500 oder mehr für die Instandhaltung oder Wartung von Klimaanlagen und Wärmepumpen zu verwenden (Art. 13 Abs. 4). Bis 1. Jänner 2032 ausgenommen sind aufgearbeitete Gase in gekennzeichneten Behältern und recycelte Gase, die aus solchen Einrichtungen rückgewonnen wurden. Recycelte Gase darf nur das Unternehmen verwenden, das die Rückgewinnung im Rahmen der Instandhaltung oder Wartung durchgeführt hat, oder das Unternehmen, für das sie durchgeführt wurde.
  • R410A hat nach Anhang VI ein GWP von 2.087,5 (Rechenwert; das BMLUK nennt 2.088) und liegt damit unter 2.500. Abgeleitet aus diesem Wert fällt R410A nicht unter das Verbot nach Art. 13 Abs. 4; das BMLUK bestätigt das ausdrücklich für Wärmepumpen.
  • Zur Abgrenzung: Für Kälteanlagen gilt ein entsprechendes Verbot für Gase mit einem GWP von 2.500 oder mehr schon seit 1. Jänner 2025 (Art. 13 Abs. 3); aufgearbeitete und recycelte Gase sind dort bis 1. Jänner 2030 ausgenommen. Was das für Weiterbetrieb und Ersatz bedeutet, steht unter Kälteanlage erneuern.
  • Ab 2050 beträgt die Höchstmenge für das Inverkehrbringen von HFKW null (Anhang VII); die Europäische Kommission schreibt dazu, dass HFKW in der EU 2050 auslaufen.

Welche Folgen das für eine bestehende Anlage hat, hängt von Kältemittel und GWP ab. Für das Inverkehrbringen neuer Geräte gelten gesonderte Fristen; sie erklärt der Beitrag R32-Verbot: Gilt 2027 oder 2029?

Wer ohnehin vor einer Neuinvestition steht: Was 2026 an Förderung und Investitionsfreibetrag belegt ist, steht im Förder-Ratgeber für Betriebe.

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Was kostet die Dichtheitskontrolle?

Einen Richtwert für die wiederkehrende Dichtheitskontrolle nennen wir hier nicht. Beim Vergleich von Angeboten für einen Wartungsvertrag können Sie gezielt fragen: Sind die Dichtheitskontrolle und die Aufzeichnungen nach Art. 7 im Vertrag enthalten, oder werden sie separat verrechnet? Bei Einrichtungen mit Pflicht-Leckage-Erkennungssystem gilt dieselbe Frage für dessen jährliche Funktionskontrolle.

Fazit: Was für Betreiber gilt

Ob eine Klimaanlage im Betrieb prüfpflichtig ist, hängt von Kältemittel und Füllmenge jeder einzelnen Einrichtung ab: bei Anhang-I-Gasen wie R32 oder R410A vom CO₂-Äquivalent (Füllmenge × GWP), bei Anhang-II-Gruppe-1-Gasen wie R1234yf — auch als Anteil in Gemischen wie R454B — von der Masse in Kilogramm. Ab 5 t bzw. 1 kg — mit Ausnahmen für als hermetisch geschlossen gekennzeichnete Einrichtungen — sind Dichtheitskontrollen in festen Intervallen und Aufzeichnungen mit mindestens fünf Jahren Aufbewahrung vorgeschrieben, nach der Reparatur einer Undichtigkeit eine Nachkontrolle. Dichtheitskontrollen sowie Installation, Wartung, Reparatur und Außerbetriebnahme sind zertifizierten Personen und Unternehmen vorbehalten. Seit 1. Jänner 2026 dürfen Anhang-I-Gase mit einem GWP ab 2.500 nicht mehr für die Instandhaltung oder Wartung von Klimaanlagen verwendet werden, mit Ausnahmen bis 1. Jänner 2032. Angebote für Wartung samt Dichtheitskontrolle können Sie über die Anfrage für Betriebe einholen.

Stand: 05.11.2026. Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich ist die Verordnung (EU) 2024/573 in der jeweils geltenden Fassung. Berücksichtigt sind die Berichtigungen der deutschen Fassung bis ABl. L 2025/90514 vom 18.06.2025. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Ab welcher Füllmenge muss eine Klimaanlage auf Dichtheit geprüft werden?

Ab mindestens 5 Tonnen CO₂-Äquivalent an Gasen nach Anhang I der Verordnung (EU) 2024/573, etwa R32 oder R410A, oder ab mindestens 1 kg an Gasen nach Anhang II Gruppe 1, etwa R1234yf — auch als Anteil in einem Gemisch. Die Intervalle: mindestens alle 12 Monate (unter 50 t bzw. unter 10 kg), alle 6 Monate (50 bis unter 500 t bzw. 10 bis 100 kg) und alle 3 Monate (ab 500 t bzw. ab 100 kg). Ist ein Leckage-Erkennungssystem installiert, gelten 24, 12 bzw. 6 Monate. Als hermetisch geschlossen gekennzeichnete Einrichtungen sind unter 10 t CO₂-Äquivalent bzw. unter 2 kg Anhang-II-Gruppe-1-Gase ausgenommen.

Fällt eine normale Büro-Splitanlage unter die Prüfpflicht?

Das hängt von Kältemittel und Füllmenge der einzelnen Einrichtung ab. Als Rechenwert liegt die 5-Tonnen-Schwelle bei R32 (GWP 675) bei 7,41 kg und bei R410A (GWP 2.087,5) bei 2,40 kg. Bei R454B beginnt die Prüfpflicht wegen des R1234yf-Anteils schon ab rund 3,2 kg Gesamtfüllung (Rechenwert bei Nennzusammensetzung; ob das auch für als hermetisch geschlossen gekennzeichnete Einrichtungen gilt, beantworten die ausgewerteten Quellen nicht sicher). Zur Einordnung Herstellerangaben: Daikin nennt für die Single-Split-Außengeräte RXM25A9 und RXM35A9 (R32) eine Füllung des Außengeräts laut Datenblatt von 0,95 kg, über 10 m Leitung kommen 0,02 kg je Meter hinzu; für das Multisplit-Außengerät 5MXM90A2V1B9 (R32) 2,4 kg, über 30 m Leitung 0,02 kg je Meter. Mitsubishi Electric MUZ-LN25VG3 0,80 kg (vorgefüllt für 10 m, darüber 20 g/m), Panasonic CU-TZ25CKE 0,58 kg (vorgefüllt für 7,5 m, darüber 10 g/m), Toshiba RAS-10J2AVSG-E1 0,55 kg (vorgefüllt bis 15 m, darüber 20 g/m), Gree GWH09AUCXB 0,53 kg (vorgefüllt für 5 m, darüber 16 g/m). Für das Multisplit-Außengerät MXZ-6F120VF3 (R32) nennt Mitsubishi Electric 2,40 kg, vorgefüllt für 80 m. Das ist jeweils die Füllung des Außengeräts, nicht die Gesamtfüllung der montierten Anlage.

Wer darf die Dichtheitskontrolle durchführen?

Natürliche Personen, die nach Art. 10 der Verordnung zertifiziert sind. Zertifizierungspflichtig sind auch Installation, Instandhaltung oder Wartung, Reparatur und Außerbetriebnahme — für die ausführenden Personen und für Firmen, die diese Arbeiten durchführen. Ein Unternehmen darf solche Tätigkeiten nur einem Unternehmen übertragen, das die nötigen Zertifikate besitzt.

Welche Aufzeichnungen muss der Betreiber führen?

Für jede prüfpflichtige Einrichtung: Menge und Art der enthaltenen Gase, nachgefüllte Mengen mit Datum, rückgewonnene Mengen, bei nachgefüllten Gasen Angaben zu Recycling oder Aufarbeitung, Angaben zum ausführenden Unternehmen und gegebenenfalls zur ausführenden Person, Zeitpunkte und Ergebnisse der Dichtheitskontrollen und aller Reparaturen von Undichtigkeiten sowie bei Außerbetriebnahme die Maßnahmen zur Rückgewinnung und Entsorgung. Sofern die Aufzeichnungen nicht in einer behördlichen Datenbank liegen, sind sie mindestens fünf Jahre aufzubewahren.

Was gilt nach einer reparierten Leckage?

Eine festgestellte Leckage ist unverzüglich zu reparieren. Ist die Einrichtung prüfpflichtig, muss eine zertifizierte Person sie frühestens nach 24 Stunden Betrieb, spätestens innerhalb eines Monats nach der Reparatur prüfen, um den Erfolg der Reparatur zu bestätigen.

Gilt die Prüfpflicht auch für Anlagen mit CO₂ oder Propan?

Propan (R290) und CO₂ stehen nicht in den Anhängen I und II der Verordnung (EU) 2024/573; sie fallen daher nicht unter die Dichtheitskontrollpflicht nach Art. 5. Anders ungesättigte HFKW (HFO) wie R1234yf: Sie stehen in Anhang II Gruppe 1, die Prüfpflicht beginnt hier bei mindestens 1 kg — auch als Anteil in Gemischen wie R454B.

Quellen
  1. Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase, ABl. L 2024/573 vom 20.02.2024; berücksichtigt die Berichtigungen der deutschen Fassung ABl. L 2024/90731, L 2025/90271, L 2025/90393 und L 2025/90514 — abgerufen 02.10.2026 (Urfassung), Berichtigungen abgerufen 03.10.2026
  2. BMLUK — EU-F-Gase-Verordnung (FAQ), ohne Datum — abgerufen 03.10.2026
  3. Europäische Kommission (DG CLIMA) — F-gases in equipment and products, Stand 14.10.2025 — abgerufen 03.10.2026
  4. Europäische Kommission (DG CLIMA) — EU rules: Fluorinated greenhouse gases, Stand 22.05.2025 — abgerufen 03.10.2026
  5. RIS — Fluorierte Treibhausgase-Gesetz 2009, Fassung vom 03.10.2026 (letzte Änderung BGBl. I Nr. 140/2020) — abgerufen 03.10.2026
  6. RIS — Kälteanlagenverordnung BGBl. Nr. 305/1969, § 1 (Geltung), Fassung vom 25.10.2026 — abgerufen 25.10.2026
  7. BMLUK — Fluorierte Treibhausgase: Unternehmenszertifikat, ohne Datum — abgerufen 03.10.2026
  8. BMLUK — Unternehmenszertifikat für Kälte- und Klimatechnik, ohne Datum — abgerufen 03.10.2026
  9. Chemours — Opteon XL41 Refrigerant (R-454B) Product Information, C-11001 (7/24) — abgerufen 03.10.2026
  10. Daikin Österreich — Datenblatt Perfera Wandgerät, Juli 2025 — abgerufen 08.10.2026
  11. Daikin Europe — Spezifikationstabelle 5MXM-A9, ohne Datum — abgerufen 03.10.2026
  12. Daikin Europe — Spezifikationstabelle RXYA-A (VRV 5), ohne Datum — abgerufen 03.10.2026
  13. Daikin Europe — Spezifikationstabelle RXYQ-U (VRV IV), ohne Datum — abgerufen 03.10.2026
  14. Mitsubishi Electric — M-Serie-Broschüre, S. 32: Kältemittelmenge, Vorfüllung und Nachfüllmenge MUZ-LN25VG3; S. 45: Kältemittelmenge und Vorfüllung MXZ-6F120VF3, Stand 08/2026 — abgerufen 08.10.2026
  15. Panasonic — RAC-Katalog Heiz- und Kühlsysteme 2026/2027, S. 33: Kältemittelmenge, vorgefüllte Leitungslänge und Zusatzmenge CU-TZ25CKE — abgerufen 08.10.2026
  16. Air-Cond International (Toshiba-Importeur Österreich) — Datenblatt Shorai Edge White 2,50 kW, S. 3: Kältemittelfüllmenge, Vorfüllung und Nachfüllung RAS-10J2AVSG-E1 — abgerufen 08.10.2026
  17. GREE GmbH — Preisliste/Klima-Katalog V7.1, April 2026, S. 15: Füllmenge, vorgefüllte Leitungslänge und Nachfüllung Clivia GWH09AUCXB — abgerufen 09.10.2026
  18. Samsung Climate Solutions — DVM S2+ R32 Außengerät AM100HCVANG/EU, Produktseite, ohne Datum und AM120HCVANG/EU: Werksfüllung R32, CO₂-Äquivalent — abgerufen 25.10.2026
  19. Durchführungsverordnung (EU) 2026/1444 zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 1497/2007 und Nr. 1516/2007, ABl. vom 03.07.2026, wirksam 23.07.2026 — abgerufen 25.10.2026
  20. SamCool GmbH, Samsung-Distributor Österreich — Preisliste 2026 mit technischen Daten, S. 147: DVM S2+ R32 AM080–AM120 (gültig ab 01.04.2026)
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